Der globale E-Commerce-Markt entwickelt sich rasant: Neue Wachstumsmärkte, steigende Mobile-Commerce-Umsätze, veränderte Lieferketten und der Einsatz von KI prägen die Branche stärker denn je. Für Onlinehändler:innen in Deutschland wird es deshalb immer wichtiger, internationale E-Commerce-Statistiken und Trends richtig einzuordnen.
In diesem Beitrag zeigen wir dir die wichtigsten globalen E-Commerce-Statistiken, Prognosen und Entwicklungen für 2026 und was sie für dein Business bedeuten.
Was ist globaler E-Commerce?
Globaler E-Commerce ist der grenzüberschreitende Online-Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen in ausländische Märkte. Vorteile: einfachere internationale Expansion, schnelleres Finden des Produkt-Markt-Fit, kürzere B2B-Verkaufszyklen, rascher Aufbau globaler Präsenz und niedrigere Eintrittsbarrieren.
Inhaltsverzeichnis
Wie groß ist der E-Commerce-Markt?
Der globale E-Commerce-Markt wird bis 2029 voraussichtlich 6,0 Billionen $ erreichen. Diese Zahl wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter wachsen, was zeigt, dass grenzenloser E-Commerce eine profitable Option für Online-Händler:innen wird. Bis 2027 werden etwa 23 % des gesamten Einzelhandels online stattfinden.

Casey Armstrong, CMO der E-Commerce-Logistikmarke ShipBob, fügt hinzu: „Während ein großer Teil der Aufmerksamkeit im E-Commerce auf den USA und Kanada liegt, gibt es viel von anderen großen internationalen Akteur:innen zu lernen, die eine noch schnellere Wachstumsrate im E-Commerce verzeichnen.“
„Händler:innen können basierend auf diesen Daten und der Nachfrage nach E-Commerce entscheiden, wo sie verkaufen. Bei ShipBob haben wir deshalb Fulfillment-Zentren in Kanada und Großbritannien eröffnet und stehen kurz davor, ein weiteres in Australien zu eröffnen.“
Top E-Commerce-Statistiken weltweit
Wenn du einen Onlineshop betreibst, ist es wichtig, über die E-Commerce-Branche informiert zu bleiben, um den Umsatz zu maximieren. Hier sind die wichtigsten Statistiken aus der ganzen Welt, damit du besser auf das kommende Jahr vorbereitet bist.
LATAM wird in den kommenden Jahren weiterhin wachsen
Lateinamerika (einschließlich Peru, Brasilien, Argentinien, Chile, Kolumbien und Mexiko, kurz LATAM) wird zwischen 2023 und 2026 ein Wachstum von 22 % verzeichnen und insgesamt mehr als 700 Milliarden Dollar an Online-Einzelhandelsumsätzen erreichen. Es gibt eine wachsende Mittelschicht und steigendes verfügbares Einkommen in LATAM. E-Commerce ist eines von vielen Gütern und Dienstleistungen, die von diesem sozioökonomischen Wandel profitieren.
Der E-Commerce-Markt der Philippinen wächst weltweit am schnellsten
Der E-Commerce-Markt der Philippinen ist der am schnellsten wachsende der Welt, mit einem Umsatzwachstum von 24,1 % im Jahr 2023. Die Philippinen sind auf dem Weg, ein Oberklasse-Land zu werden, mit höherem verfügbaren Einkommen und steigenden Konsumausgaben.
Die Philippinen haben eine relativ junge Bevölkerung, die technikaffin ist und offen für neue Technologien. Dies macht den E-Commerce im Land zu einem vielversprechenden Markt. Die philippinische Regierung hat Initiativen zur Förderung der digitalen Wirtschaft, einschließlich der Verbesserung der Internetinfrastruktur und der Einführung von Richtlinien zur Förderung digitaler Zahlungen, E-Commerce-Operationen und Wachstum.
Fast die Hälfte der US-Verbraucher:innen plant, mehr online auszugeben
Etwa 42 % der amerikanischen Befragten in einer Umfrage gaben an, dass sie mehr online ausgeben wollen, berichtet Retail Dive.
Ein wesentlicher Grund für Online-Käufe ist die Bequemlichkeit, während die größte Sorge – die Unmöglichkeit, Produkte auszuprobieren – immer weniger relevant wird. Laut Umfrageergebnissen bewerteten 29 % der Befragten niedrige Preise als das wichtigste Merkmal des Online-Shoppings, gefolgt von Versandzeiten und -kosten (21 %), Auswahl (21 %) und Benutzerfreundlichkeit (19 %).
Im Januar 2025 lag die durchschnittliche Conversion-Rate auf E-Commerce-Websites bei 1,6 %
IRP Commerce deutet auf einen positiven Trend in der Conversion-Effizienz weltweit hin. Während 1,6 % nach einer kleinen Zahl aussieht, zeigt es Verbesserungen in verschiedenen Faktoren, die das Kaufverhalten der Verbraucher beeinflussen, wie z. B. Webdesign, Benutzererfahrung, Produktangebote, Preisgestaltung und Marketingstrategien.
Der globale B2C-E-Commerce wird bis 2032 voraussichtlich 9 Billionen $ erreichen
Der globale B2C-E-Commerce-Markt erreichte 2024 5,8 Billionen $ und wird voraussichtlich bis 2033 auf 12,83 Billionen $ anwachsen – mit einer Wachstumsrate von 9,1 %. Das anhaltende Wachstum des E-Commerce bietet Marken mehr Möglichkeiten zur internationalen Expansion. Mit Tools wie Shopify Markets kannst du die Lokalisierung, regulatorische Anforderungen und internationale Zahlungsmethoden an einem Ort einfach verwalten.
Social-Commerce wird voraussichtlich von 2023 bis 2030 mit einer Wachstumsrate von 30 % wachsen
Die aktuellsten globalen Social-Commerce-Statistiken zeigen, dass der Markt im Jahr 2023 945,92 Milliarden $ erreichte. Es wird prognostiziert, dass er mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von etwa 30 % bis 2033 auf 13 Billionen $ anwachsen wird. Dieses Wachstum wird durch die zunehmende Integration von sozialen Medien wie TikTok, Instagram und Facebook in den E-Commerce, insbesondere durch den steigenden Einsatz von Livestream-Shopping und Kurzvideo-Inhalten, vorangetrieben.
47 % der Führungskräfte gaben an, dass die Rentabilität des E-Commerce ein Haupttreiber für die Erhöhung der Betriebsmargen ist
Mit der Entwicklung des E-Commerce hat Deloitte festgestellt, dass Einzelhändler:innen sich darauf konzentrieren, Online-Verkäufe rentabler zu gestalten, anstatt nur Marktanteile zu erweitern. Erste Bemühungen, die Nachfrage im E-Commerce zu erfassen, wurden oft auf Kosten der Margen unternommen, da hohe Investitionen in Infrastruktur, Logistik und digitale Transformation erforderlich waren.
Jetzt, da die Infrastruktur vorhanden ist und die Technologiekosten stabil sind, richten Einzelhändler:innen ihren Fokus darauf, diese Operationen auf Rentabilität zu optimieren.
97 % der Unternehmen weltweit haben 2023 ihre Lieferketten umgestaltet
Dieser steigende Trend verdeutlicht das wachsende Bewusstsein unter Unternehmen, dass ihre Lieferketten anpassungsfähiger gegenüber externen Herausforderungen wie geopolitischen Spannungen, schwankender Nachfrage und Kostendruck sein müssen.
Unternehmen konzentrieren sich darauf, Risiken zu mindern und ihre Lieferketten effizienter zu gestalten, indem sie neue Technologien integrieren, Lieferanten diversifizieren und staatliche Anreize nutzen.
Die Versandkosten haben seit Oktober 2023 um 193 % zugenommen
Am 1. Februar 2024 betrug der Preis für den Versand von China an die Ostküste der Vereinigten Staaten 6589 $ für einen 40-Fuß-Container, was einem Anstieg von 193 % seit Oktober 2023 entspricht.
Dieser dramatische Anstieg der Versandkosten spiegelt die breiteren Herausforderungen wider, mit denen die globale Logistik konfrontiert ist, die durch anhaltende Störungen der Lieferkette, Kapazitätsengpässe und geopolitische Spannungen verursacht werden.
46 % der Einzelhändler:innen erwarten, dass KI die Sichtbarkeit der gesamten Lieferkette verbessert
Globale Lieferketten sind komplexe Netzwerke, die sich über mehrere geografische Regionen erstrecken und oft viele Lieferant:innen, Hersteller:innen und Logistikpartner:innen umfassen. Die COVID-19-Pandemie hat die Schwächen dieser Lieferketten offenbart und die Notwendigkeit robusterer, reaktionsfähiger Systeme hervorgehoben.
KI wird als Lösung für diese Herausforderung angesehen, da sie große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten kann, was es Einzelhändler:innen ermöglicht, einen transparenteren und umfassenderen Überblick über ihre Lieferkettenoperationen zu erhalten. Dies bedeutet, dass Bestandsniveaus verfolgt, Engpässe in der Lieferkette vorhergesagt und sichergestellt werden, dass Waren so effizient wie möglich bewegt und geliefert werden.
Globale E-Commerce-Trends im Blick
1. Globaler Inflationsdruck
Die Inflation prägt den E-Commerce auch 2026 weiter. Steigende Rohstoff-, Produktions- und Transportkosten durch wirtschaftliche und politische Unsicherheiten setzen vor allem Händler:innen unter Druck, die auf Importe angewiesen sind.
Auch auf Konsumentenseite sind die Folgen spürbar: Viele Menschen kaufen preisbewusster ein und überdenken ihre Ausgaben. Laut Retail Economics und Metapack machen sich 57 % der Verbraucher:innen Sorgen über die Inflation, 72 % wollen ihr Kaufverhalten deshalb anpassen.
Für Onlinehändler:innen heißt das: Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss flexibel auf Kostensteigerungen reagieren, Preise strategisch steuern und sich an veränderte Kaufgewohnheiten anpassen.
2. Immer mehr Verbraucher:innen kaufen mit ihren Smartphones ein
Mobile-Commerce ist längst mehr als ein Trend: Immer mehr Menschen kaufen online mit dem Smartphone ein. 2023 nutzten fast 80 % der Verbraucher:innen ihr Smartphone, um beim Einkauf auf Händler-Websites zuzugreifen, 74 % verwendeten zusätzlich Apps von Händler:innen.
Der mobile E-Commerce wächst weiter – begünstigt durch Technologien wie Shopping-Apps, 5G und Social Commerce. Bereits 2023 machte Mobile-Commerce 60 % des globalen E-Commerce-Umsatzes aus.
Vor allem jüngere Zielgruppen treiben diese Entwicklung voran: Gen Z und Millennials suchen besonders häufig über soziale Medien nach Produkten und kaufen dort auch direkt ein. Für Händler:innen wird es deshalb immer wichtiger, mobile Einkaufserlebnisse einfach, schnell und nahtlos zu gestalten.
3. Eine neue Mischung von Marketingkanälen
Neue Marketingkanäle verändern den E-Commerce deutlich. Social-Commerce über Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok gewinnt weiter an Bedeutung.
Auch Live-Shopping wächst international stark, vor allem in China. In Deutschland hat sich der Trend bislang jedoch kaum etabliert: 42 % der Befragten geben an, Livestream-Shopping nicht ausprobieren zu wollen.
Parallel dazu gewinnt Connected TV (CTV) als Werbekanal an Relevanz. Immer mehr Werbetreibende verlagern Budgets von linearem Fernsehen auf Streaming-Plattformen, um Zielgruppen gezielter zu erreichen. Für Händler:innen bedeutet das: Der Marketingmix wird vielfältiger, datengetriebener und plattformübergreifender.
4. Eine sich langsam stabilisierende Lieferkette
Die globale Lieferkette bleibt anfällig. Geopolitische Konflikte, Angriffe auf wichtige Handelsrouten und die Folgen der Pandemie haben in den vergangenen Jahren zu Engpässen, höheren Frachtkosten und längeren Lieferzeiten geführt.
Als Reaktion darauf passen viele Unternehmen ihre Strategien an: Sie diversifizieren ihre Lieferantenbasis, setzen stärker auf Regionalisierung und investieren in widerstandsfähigere Liefernetzwerke.
Für den E-Commerce bedeutet das: Lieferketten werden robuster, aber Unsicherheiten und Kostenrisiken bleiben ein wichtiger Faktor.
5. Schnellere Lieferungen für alle, egal wo sich Kund:innen befinden
Schnelle Lieferungen werden im E-Commerce immer wichtiger. Gleichzeitig bleiben Logistik- und Zustellkosten, besonders auf der letzten Meile, eine große Herausforderung für die Rentabilität.
Viele Händler:innen rechnen damit, dass ein großer Teil der Bestellungen in Zukunft noch am selben oder am nächsten Tag geliefert wird. Wer diese Erwartungen nicht erfüllt, riskiert Wettbewerbsnachteile.
Deshalb investieren Unternehmen verstärkt in ihre Logistikinfrastruktur, etwa in automatisierte und stadtnah gelegene Fulfillment-Zentren, um Lieferzeiten zu verkürzen und effizienter zu arbeiten.
6. Online-Rücksendungen nehmen mit dem E-Commerce zu
Mit dem Wachstum des E-Commerce steigen auch die Rücksendungen – und damit die Belastung für Margen und Prozesse. Besonders kostenlose Rückgaben senken zwar die Kaufhürde, führen aber oft zu höheren Retourenquoten.
Hinzu kommt das sogenannte „Bracketing“: Kund:innen bestellen Produkte in mehreren Varianten, behalten nur einen Artikel und senden den Rest zurück. Das verursacht zusätzliche Kosten für Rücktransport, Prüfung und Wiederaufbereitung.
Um Rücksendungen zu reduzieren, setzen Händler:innen verstärkt auf bessere Produktinformationen, etwa detaillierte Beschreibungen, Größentabellen, 360-Grad-Ansichten oder Produktvideos. So können Kund:innen fundierter entscheiden und Fehlkäufe vermeiden.
7. Verbesserung des Workforce-Managements mit KI
KI wird im E-Commerce zunehmend eingesetzt, um Arbeitskräfte und Prozesse effizienter zu steuern. Viele Händler:innen wollen damit vor allem ihr Workforce-Management verbessern.
Angesichts von Fachkräftemangel und steigenden Anforderungen in Logistik, Fulfillment und Kundenservice hilft KI dabei, wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren, Personal gezielter einzuplanen und Abläufe besser zu skalieren.
So können Unternehmen Arbeitskosten senken, Engpässe frühzeitig erkennen und flexibler auf Nachfrageschwankungen reagieren.
8. Wachsende Umsätze in China und APAC
China und die Asien-Pazifik-Region (APAC) bleiben wichtige Wachstumstreiber im globalen E-Commerce. Vor allem die starke Smartphone-Nutzung, Mobile-Commerce und digitale Bezahllösungen fördern die Entwicklung in diesen Märkten.
Neben China treiben auch Länder wie Indien, Japan und Südkorea das Wachstum voran. Besonders gefragt sind Branchen wie Mode, Elektronik und Essenslieferdienste, während mobile und Omnichannel-Einkaufserlebnisse weiter an Bedeutung gewinnen.
Die wichtigsten Länder, die zu diesem Wachstum beitragen, sind:
- China: Der größte Markt mit dominierenden Akteuren wie Alibaba und JD.com.
- Indien: Schnell wachsend aufgrund der steigenden Internetnutzung und des Mode-E-Commerce.
- Japan: Stark im Bereich Technologie und Unterhaltungselektronik.
- Südkorea: Führend im Mobile-Commerce, unterstützt durch 5G-Technologie.
Für Unternehmen bedeutet das: Wer international wachsen will, kommt an der Region Asien-Pazifik kaum vorbei, muss sich aber zugleich auf regionale Besonderheiten und komplexe Liefernetzwerke einstellen.
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