PayPal gehört zu den bekanntesten Online-Bezahldiensten. Trotzdem suchen viele Händler:innen und Unternehmen nach einer passenden PayPal Alternative. Gründe dafür sind steigende Gebühren, eingeschränkte Zahlungsmethoden oder der Wunsch nach mehr Kontrolle im Checkout. Gerade im E-Commerce kann es sinnvoll sein, mehrere Zahlungsoptionen anzubieten, um Kaufabbrüche zu reduzieren und unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen.
Was versteht man unter einer PayPal Alternative?
PayPal Alternativen sind Zahlungsanbieter und Bezahlmethoden, mit denen du Online-Zahlungen ohne PayPal abwickelst. Dazu zählen Payment Service Provider wie Stripe oder Mollie sowie Wallets wie Apple Pay, Klarna oder neue europäische Lösungen wie Wero.
Zahlungsanbieter vs. reine Bezahlmethoden
Wenn du nach einer PayPal Alternative suchst, ist es wichtig, zwischen Zahlungsanbietern und reinen Bezahlmethoden zu unterscheiden. Beide erfüllen unterschiedliche Funktionen im Zahlungsprozess und werden im E-Commerce oft kombiniert eingesetzt.
Was sind Zahlungsanbieter?
Zahlungsanbieter – häufig auch Payment Service Provider (PSP) genannt – übernehmen die technische Abwicklung von Online-Zahlungen. Sie stellen die Verbindung zwischen deinem Onlineshop, den Kund:innen und den jeweiligen Bezahlmethoden her.
Typische Aufgaben von Zahlungsanbietern sind:
- Bündelung mehrerer Bezahlmethoden in einem Vertrag
- Technische Integration in den Checkout
- Abwicklung von Transaktionen und Auszahlungen
- Betrugsprävention und Sicherheitsprüfungen
- Reporting und Zahlungsübersichten
Beispiele für Zahlungsanbieter sind Stripe, Mollie oder Shopify Payments. Sie ermöglichen es dir, Kreditkarten, Wallets oder lokale Zahlarten anzubieten, ohne jede Methode einzeln integrieren zu müssen.
Was sind reine Bezahlmethoden?
Reine Bezahlmethoden sind konkrete Zahlungsarten, die Kund:innen im Checkout auswählen. Sie definieren, wie das Geld bezahlt wird, übernehmen aber selbst keine komplette Zahlungsabwicklung für Händler:innen.
Dazu zählen zum Beispiel:
- Digitale Wallets wie Apple Pay oder Google Pay
- Rechnungskauf oder Ratenzahlung
- Kreditkarten oder SEPA-Überweisungen
Diese Bezahlmethoden werden in der Praxis meist über einen Zahlungsanbieter eingebunden. Kund:innen nehmen sie als eigenständige Option wahr, während die technische Abwicklung im Hintergrund über den PSP läuft.
Warum die Unterscheidung wichtig ist
Für deinen Onlineshop bedeutet das:
Du entscheidest dich nicht nur für eine PayPal Alternative, sondern für ein Zusammenspiel aus Zahlungsanbieter und Bezahlmethoden. Ein leistungsfähiger Zahlungsanbieter gibt dir die Flexibilität, verschiedene Bezahlmethoden anzubieten und diese bei Bedarf zu erweitern oder auszutauschen.
Gerade im E-Commerce kann diese Kombination dazu beitragen, Kaufabbrüche zu reduzieren, internationale Kund:innen zu erreichen und den Checkout übersichtlich zu halten.
PayPal Vor- und Nachteile
PayPal zählt zu den bekanntesten Online-Bezahldiensten und wird von vielen Kund:innen als vertraute Zahlungsoption wahrgenommen. Gleichzeitig gibt es im E-Commerce gute Gründe, PayPal kritisch zu bewerten und Alternativen in Betracht zu ziehen.
Vorteile von PayPal
- Hohe Bekanntheit und großes Vertrauen bei Kund:innen
- Schnelle Einrichtung und vergleichsweise einfache Integration
- Käuferschutz erhöht die Zahlungsbereitschaft im Checkout
- Internationale Nutzung in vielen Ländern möglich
- Schnelle Zahlungsbestätigung für Händler:innen
Gerade für neue Onlineshops kann PayPal helfen, erste Umsätze zu erzielen, da viele Kund:innen bereits ein PayPal-Konto besitzen und den Dienst aktiv nutzen.
Nachteile von PayPal
- Vergleichsweise hohe Transaktionsgebühren, besonders bei internationalen Zahlungen
- Zusätzliche Kosten bei Währungsumrechnung oder Rückbuchungen
- Häufige Kontoprüfungen und mögliche temporäre Kontosperrungen
- Eingeschränkte Kontrolle über den Checkout-Prozess
- Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter
Für wachsende E-Commerce-Unternehmen können diese Nachteile schnell ins Gewicht fallen. Vor allem die Gebührenstruktur und mögliche Einschränkungen bei Konten führen dazu, dass PayPal oft nicht als alleinige Zahlungslösung eingesetzt wird.
Klassische Paypal Alternativen im Überblick
Neben PayPal gibt es eine Reihe etablierter Zahlungsanbieter, die im E-Commerce häufig als klassische Paypal Alternative eingesetzt werden. Diese Lösungen übernehmen – ähnlich wie PayPal – die Zahlungsabwicklung, unterscheiden sich aber bei Gebühren, Funktionsumfang und Integrationstiefe.
Shopify Payments
Für Shopify-Stores in Deutschland ist Shopify Payments eine der naheliegendsten PayPal Alternativen.
Vorteile:
- Direkte Integration ohne zusätzliche:n Zahlungsanbieter:in
- Unterstützung gängiger Zahlarten wie Kreditkarte, Apple Pay und Google Pay
- Keine zusätzlichen Transaktionsgebühren durch Shopify
- Einheitliche Abrechnung und Auszahlungen
Nachteile:
- Nur für Shopify-Stores nutzbar
- Abdeckung lokaler Zahlarten abhängig vom Standort
Gerade für kleine und mittlere Shops im deutschen Markt ist Shopify Payments oft die Basis, die bei Bedarf durch weitere Zahlarten ergänzt wird.
Mollie
Mollie ist im deutschsprachigen Raum besonders beliebt, da der Anbieter stark auf europäische und deutsche Zahlungsmethoden ausgerichtet ist.
Vorteile:
- Ein Vertrag für viele relevante Zahlarten in Deutschland
- Unterstützung von Klarna, SEPA-Lastschrift und Überweisung
- Transparente Gebühren ohne monatliche Fixkosten
- Checkout ohne Weiterleitung
Nachteile:
- Fokus primär auf Europa
- Weniger tiefgehende Individualisierung als bei Entwickler-Plattformen
Mollie eignet sich gut für Händler:innen, die PayPal ersetzen oder ergänzen möchten, ohne den Checkout unnötig zu verkomplizieren.
Stripe
Auch Stripe ist im deutschen Markt stark vertreten, insbesondere bei technologieaffinen Shops.
Vorteile:
- Unterstützung von SEPA-Lastschrift und Kreditkarte
- Gute Basis für internationale Expansion aus Deutschland heraus
- Hohe Stabilität und Sicherheit
Nachteile:
- Einrichtung kann technisch anspruchsvoller sein
- Weniger Fokus auf klassische deutsche Zahlarten wie Rechnungskauf
Stripe wird häufig eingesetzt, wenn ein Shop über Deutschland hinaus wachsen soll, ist aber allein nicht immer optimal für rein nationale Zielgruppen.
Wero
Wero ist eine noch junge, aber für den deutschen Markt relevante PayPal Alternative. Der Zahlungsdienst wurde von europäischen Banken im Rahmen der European Payments Initiative entwickelt und zielt auf eine europäische Lösung für digitale Zahlungen ab.
Vorteile:
- Direkte Konto-zu-Konto-Zahlungen ohne zwischengeschaltete Wallet
- Starker Fokus auf Datenschutz und europäische Standards
- Hohe Vertrauensbasis durch angebundene Banken
- Besonders relevant für den deutschen und europäischen Markt
Nachteile:
- Noch begrenzte Verbreitung im E-Commerce
- Weniger Funktionen als etablierte Zahlungsanbieter
- Integration in Onlineshops noch nicht flächendeckend verfügbar
Wero wird aktuell vor allem als Ergänzung zu bestehenden Zahlungsmethoden gesehen. Perspektivisch kann der Dienst für Händler:innen interessant werden, die gezielt auf europäische Zahlungsinfrastruktur setzen möchten.
Digitale Wallets & einzelne Zahlungslösungen
Digitale Wallets und einzelne Zahlungslösungen ergänzen klassische Zahlungsanbieter und spielen im deutschen E-Commerce eine zunehmend wichtige Rolle. Sie ersetzen keinen Zahlungsanbieter, können aber den Checkout vereinfachen und auf bestimmte Nutzergruppen zugeschnitten werden.
Digitale Wallets
Digitale Wallets speichern Zahlungsinformationen und ermöglichen schnelle Zahlungen ohne erneute Dateneingabe. Im deutschen Markt werden sie vor allem im mobilen Checkout genutzt.
Apple Pay
Apple Pay ist besonders bei mobilen Nutzer:innen verbreitet und wird häufig als Komfortfunktion wahrgenommen.
Vorteile:
- Sehr schneller Checkout ohne manuelle Eingaben
- Hohe Sicherheit durch biometrische Authentifizierung
- Gute Akzeptanz bei iOS-Nutzer:innen in Deutschland
Nachteile:
- Nur für Apple-Geräte verfügbar
- Abhängigkeit von Kreditkarten oder angebundenen Zahlungsanbietern
Google Pay
Google Pay ist das Android-Pendant zu Apple Pay und gewinnt auch im deutschen Raum an Bedeutung.
Vorteile:
- Schnelle Zahlung auf mobilen Endgeräten
- Nutzung bestehender Karten oder Bankverbindungen
- Gute Ergänzung für mobile Zielgruppen
Nachteile:
- Geringere Verbreitung als Apple Pay
- Kein Ersatz für klassische Zahlungsarten wie Rechnung oder Lastschrift
Digitale Wallets werden in der Regel über eine:n Zahlungsanbieter:in eingebunden und dienen vor allem dazu, den Checkout zu beschleunigen.
Einzelne Zahlungslösungen
Einzelne Zahlungslösungen sind konkrete Bezahlarten, die deutsche Kund:innen seit Jahren kennen und aktiv nutzen. Sie sind besonders wichtig, wenn Vertrauen und Zahlungsflexibilität im Vordergrund stehen.
Klarna
Klarna ist im deutschen Markt stark etabliert und wird häufig als PayPal Alternative aus Kund:innen-Sicht wahrgenommen.
Vorteile:
- Sehr hohe Akzeptanz bei deutschen Käufer:innen
- Beliebte Optionen wie Rechnungskauf und Ratenzahlung
- Kann die Conversion-Rate erhöhen
Nachteile:
- Zusätzliche Gebühren für Händler:innen
- Abhängigkeit von einem oder einer externen Anbieter:in
Giropay
Giropay ermöglicht Zahlungen direkt über das Online-Banking und spricht vor allem sicherheitsbewusste Kund:innen an.
Vorteile:
- Hoher Vertrauensfaktor in Deutschland
- Direkte Zahlung vom Bankkonto
- Keine Kreditkarte erforderlich
Nachteile:
- Weniger intuitiv als Wallets
- Kaum relevant für mobile Checkouts
So wählst du die richtige Alternative
Die passende PayPal Alternative hängt von deinem Geschäftsmodell und deiner Zielgruppe ab. Für den deutschen Markt sind vor allem vertraute Zahlarten, transparente Kosten und ein einfacher Checkout entscheidend.
Achte bei der Auswahl insbesondere auf:
- Zielgruppe und Markt (national oder international)
- Unterstützung klassischer deutscher Zahlarten wie Rechnung oder Lastschrift
- Einen zentralen Zahlungsanbieter, der mehrere Bezahlmethoden bündelt
- Klare und langfristig kalkulierbare Gebühren
- Einen übersichtlichen Checkout aus Kund:innen-Sicht
In der Praxis bewährt sich meist eine Kombination aus einem Zahlungsanbieter und ausgewählten Wallets sowie lokalen Bezahlmethoden. So bleibst du flexibel und reduzierst Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern.
Fazit
PayPal ist im deutschen E-Commerce weiterhin verbreitet, aber längst nicht mehr alternativlos. Es gibt zahlreiche PayPal Alternativen, die unterschiedliche Anforderungen besser abdecken können – sei es durch geringere Gebühren, mehr Kontrolle im Checkout oder die Unterstützung klassischer deutscher Zahlarten.
Für die meisten Onlineshops bewährt sich kein einzelner Ersatz, sondern ein kombiniertes Zahlungssetup: ein zentraler Zahlungsanbieter, ergänzt durch digitale Wallets und etablierte lokale Bezahlmethoden. So erfüllst du die Erwartungen unterschiedlicher Kund:innengruppen und bleibst flexibel, wenn sich Zahlungsgewohnheiten weiterentwickeln.
In diesem Video (auf Englisch) erfährst du, wie du Shopify mit einem Point-of-Sale System einrichtest:





