Das zu verkaufen, was du anbaust, macht nicht nur Freude, sondern kann auch richtig profitabel sein. Die Nachfrage nach frischen landwirtschaftlichen Produkten, veredelten Erzeugnissen wie Seifen und Marmeladen sowie Agrotourismus-Angeboten ist groß und wächst stetig weiter.
Und die Zahlen sprechen für sich: Mit Direktverkäufen an Verbraucher:innen lässt sich deutlich mehr verdienen als über den Großhandel. Laut einer Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat der Direktvertrieb landwirtschaftlicher Erzeugnisse in Deutschland in den letzten Jahren stark zugenommen. Kein Wunder, denn immer mehr Menschen legen Wert auf regionale Produkte und kurze Lieferketten.
Du fragst dich, wie du mit Landwirtschaft Geld verdienst, ob mit einem vollwertigen Betrieb oder einem kleinen Hobbyhof? Dann bist du hier genau richtig. Dich erwarten inspirierende Ideen mit echten Beispielen von Shopify-Unternehmen, von denen einige sogar außerhalb der Anbausaison regelmäßige Einnahmen erzielen.
10 Wege, wie du mit Landwirtschaft Geld verdienst
- Veredelte Produkte
- Wochenmärkte
- Solidarische Landwirtschaft
- Hofaufenthalte
- Kurse und Exkursionen
- Imkerei
- Blumen
- Kuratierte Fleischboxen
- Schafe
- Hautpflege
Diese 10 Ideen zeigen dir, wie du mit Landwirtschaft Geld verdienst, egal ob du gerade einen neuen Betrieb aufbaust oder deine bestehenden Einnahmequellen erweitern und dein Hofeinkommen steigern möchtest.
1. Veredelte Produkte
Hast du schon einmal einen Hofladen besucht, um Obst oder Gemüse zu kaufen, und dabei frisch gebackenes Brot, eingelegte Produkte oder Nussbutter entdeckt? Diese veredelten Produkte sind eine großartige Idee für jeden Hof, der bereits im landwirtschaftlichen Großhandelsmarkt verkauft. Denn als eigene:r Verarbeiter:in und Einzelhändler:in holst du deutlich mehr aus deinen Erzeugnissen heraus. Laut einer Analyse des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Direktvermarktung können veredelte Produkte höhere Verbraucherpreise als das Rohprodukt allein erzielen und helfen Landwirt:innen so, ihre Gewinnmarge spürbar zu verbessern.
Ein inspirierendes Beispiel ist Terre Bleu, ein Bio-Lavendelhof von Ian und Isabelle Baird in der Nähe von Milton, Ontario. Die beiden begannen, lavendelveredelte Marmeladen, Körperbutter und Snacks zu verkaufen, um den Hof auch in der Nebensaison profitabel zu halten.
„Wir können jetzt auch im Winter Produkte verkaufen", erzählte Ian in einem Interview für Shopifys Founder Stories-Serie aus dem Jahr 2019. „Wir haben letztes Jahr sogar am Black Friday teilgenommen, und das hat sehr gut für uns funktioniert."
2. Wochenmärkte
Anstatt an Großhändler:innen zu verkaufen, die deine Produkte mit Aufschlag weiterverkaufen, kannst du die Marge selbst behalten, indem du direkt auf Wochenmärkten verkaufst. Kund:innen, die Wochenmärkte besuchen, suchen genau das, was du anbietest: frische, lokal angebaute Produkte direkt von den Erzeuger:innen. Eine echte Win-win-Situation.
Um dich auf einem Wochenmarkt abzuheben, lohnt es sich, auf Spezialkulturen oder Nischenmärkte zu setzen, zum Beispiel handgemahlenes Hafermehl, glutenfreies Granola oder Weidefleisch aus artgerechter Haltung. Pilze, essbare Blüten und Microgreens lassen sich auch auf einem kleinen Hof kultivieren, erzielen Premiumpreise und können dir helfen, genug einzunehmen, um deinen Betrieb nachhaltig zu führen.
Liegt dein Hof in der Nähe einer Metropolregion, eröffnet dir das noch eine weitere Möglichkeit: Nutze deinen Marktstand, um Kontakte zu lokalen Restaurants zu knüpfen und Co-Branding-Vereinbarungen auszuarbeiten. Dein Hof könnte zum Beispiel auf Restaurantmenüs erscheinen. Im Gegenzug könntest du die Restaurants, die deine Produkte verwenden, in deinen eigenen Marketingmaterialien hervorheben.
3. Solidarische Landwirtschaft
Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) funktioniert wie ein Crowdsourcing-Geschäftsmodell und ist eine clevere Möglichkeit, deinen ersten Marktgarten zu finanzieren, wenn das Startkapital für einen eigenen Hof noch fehlt. Im SoLaWi-Modell sponsern Mitglieder die Betriebskosten eines Hofes, in der Regel über ein Abo, das ihnen einen Anteil an der Ernte sichert. Eine SoLaWi-Box ist genau das: der Ernte-Anteil, den alle Sponsor:innen nach der Anbausaison erhalten.
Du kannst dein SoLaWi-Programm auf Fleisch, Gemüse, Obst oder eine Kombination ausrichten. Viele Programme bieten außerdem die Option, veredelte Hofprodukte wie Vorratskammerprodukte, verarbeitete Öle oder getrocknete Früchte hinzuzufügen. Frog Hollow Farm in Brentwood, Kalifornien, bietet zum Beispiel ein Frischobst-SoLaWi-Abonnement mit lokaler Abholung oder Versand an und betreibt zusätzlich einen Onlineshop mit einer breiten Auswahl an veredelten Produkten.
4. Hofaufenthalte
Hofaufenthalte, also die Umwandlung deines Grundstücks in ein Reiseziel für Erholung, Unterhaltung oder Bildung, gehören zum Bereich Agrotourismus. Du kannst Ferienhäuser oder Campingplätze an Besucher:innen vermieten oder ein kleines Bed & Breakfast auf deinem Gelände betreiben.
Kombinierst du Übernachtungsangebote mit anderen Agrotourismus-Aktivitäten wie Selbstpflücken, Veranstaltungen oder Retreats, steigerst du nicht nur dein Einkommen, sondern gibst deinen Gästen auch die Möglichkeit, das Leben auf dem Hof hautnah zu erleben.
Airbnb hat sogar einen eigenen Kategoriefilter für Hofaufenthalte. Und die Nachfrage ist da: Laut einem Bericht des Deutschen Tourismusverbands ist die Beliebtheit von Urlaub auf dem Bauernhof in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Wenn du den Platz und die Freude am Hosting mitbringst, können Hofaufenthalte eine wunderbare Möglichkeit sein, das Einkommen deines Betriebs nachhaltig zu steigern.
5. Kurse und Exkursionen
Bildungsworkshops, Schulexkursionen und Hofführungen sind persönliche Angebote, die ebenfalls in den Bereich Agrotourismus fallen. Alpine Village School & Farms hat Bildung zum Herzstück seines Hofes in Hayden, Idaho, gemacht: mit einer naturbasierten Schule für Kinder und einer waldbasierten Schule für Familien. Zusätzliche Einnahmen erzielt der Hof durch den Verkauf von Bio-Eiern aus Freilandhaltung, Markenkleidung und bezahlten Workshops zu Themen wie Rohmilchverarbeitung, Kerzen- und Seifenherstellung sowie Fermentation.
6. Imkerei
Eine Imkerei aufzubauen, ist eine tolle Möglichkeit, in die Landwirtschaft einzusteigen oder das Angebot deines Hofes zu erweitern. Rohprodukte wie Honig kannst du auf Großhandelsmärkten, auf lokalen Wochenmärkten oder über deinen eigenen Onlineshop verkaufen. Besonders attraktiv sind veredelte Produkte wie Bienenwachskerzen, Körperlotionen oder Spezialitäten wie scharfer Honig.
Tique Chandler von Chandler Honey ist mit der Imkerei auf dem fast 100 Jahre alten Honighof ihrer Familie aufgewachsen. In einer Episode von Shopify Masters erzählt sie, dass ihre Kund:innen heute bereit sind, mehr für Honig zu zahlen und in lokale Imker:innen zu investieren. Den gesamten Honig für ihre Produkte bezieht sie vom Familienbetrieb in Alberta, Kanada, und veredelt ihn mit Zutaten wie Orangenschale oder Vanilleschote zu etwas ganz Besonderem.
7. Blumen
Der Markt für regional angebaute Schnittblumen wächst in Deutschland stetig. Laut dem Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. legen immer mehr Verbraucher:innen Wert auf saisonale und regionale Blumen. Blumen sind eine skalierbare Kultur, die du als Nebenprojekt starten und nach und nach ausbauen kannst, während du lernst, welche Sorten an deinem Standort am besten gedeihen und was lokale Florist:innen suchen. Außerdem eignen sich Blumen hervorragend für SoLaWi-ähnliche Abo-Boxen, die du direkt an Verbraucher:innen oder über lokale Geschäfte verkaufen kannst. Siena Farms in Sudbury, Massachusetts, bietet neben Gemüse-Abo-Boxen auch Blumen-SoLaWi-Anteile auf lokalen Märkten an.
Wenn du gleichzeitig als Florist:in tätig wirst, kannst du deine Blumen mit einem höheren Einzelhandelsaufschlag verkaufen. Du könntest etwa direkt vom Hof aus Blumen arrangieren und für Veranstaltungen verkaufen. Oder du erweiterst dein Angebot in den Agrotourismus, etwa für besondere Events und Hochzeiten, bei denen Gäste den Hof erleben, auf dem die Blumen gewachsen sind.
8. Kuratierte Fleischboxen
Kuratierte Fleischboxen, manchmal auch Metzgerboxen genannt, sind im Grunde eine SoLaWi-Box für Fleisch, das nach besonderen Methoden wie Weidehaltung, regenerativer, antibiotikafreier oder biologischer Landwirtschaft produziert wird. Manche Anbieter:innen ermöglichen sogar die Bestellung eines Anteils an einem ganzen Tier. Das verschafft Kund:innen Zugang zu hoffrischem, hochwertigem Fleisch und hilft Landwirt:innen, mehr vom Gewinn zu behalten, statt den Einzelhandelsaufschlag an Supermärkte abzugeben.
Ballerina Farm und Source Farms verkaufen beide kuratierte Fleischboxen über ihre Onlineshops. Ballerina Farm ist eine Ranch und Milchfarm im Norden Utahs und bietet Abo-Boxen, fertig zusammengestellte Boxen und individuelle Zusammenstellungen an. Source Farms ist eine Ranch im Willamette Valley in Oregon, die sich auf regenerative Anbaumethoden spezialisiert hat und kuratierte Boxen sowie lokale Fleischanteile verkauft.
9. Schafe
Wenn du lieber keine Pflanzen anbaust, könnte die Schafzucht genau das Richtige für dich sein. Aus deiner Herde kannst du wunderbare veredelte Produkte herstellen: Schafmilchkäse, Schafmilchseife, Schaffelle und Wollgarn. Diese verkaufst du entweder an Einzel- und Großhändler:innen oder direkt mit höherer Marge, wenn auch vielleicht geringerem Volumen. Lädst du Besucher:innen ein, die Garnherstellung zu beobachten oder sogar selbst auszuprobieren, bringst du gleichzeitig eine schöne Agrotourismus-Komponente in deinen Betrieb.
10. Hautpflege
Veredelte Hautpflegeprodukte sind Teil der Clean-Beauty- und Farm-to-Shelf-Bewegungen, bei denen Produkte aus ungiftigen, natürlichen Zutaten direkt vom Hof entstehen. Wenn du Hofprodukte wie Bienenwachs, Honig, Talg, Olivenöl, Kräuter oder andere Pflanzenstoffe hast, verfügst du bereits über einige der wichtigsten Zutaten für den wachsenden Markt für hofgemachte Hautpflege.
Bei Summer Solace Tallow in Oakland, Kalifornien, startete Inhaberin Megan Bre Camp eine Talg-basierte Hautpflegelinie. Dafür verarbeitete sie Rinderfett von einer nahegelegenen Rinderranch von Hand zu Talg, um ihre Hautpflegeprodukte herzustellen. Sie hat ihr Sortiment um Kerzen, Körperprodukte, Sonnenschutzmittel und sogar natürlich gegerbte Schaffelle erweitert.
FAQ: Wie du mit Landwirtschaft Geld verdienst
Welche landwirtschaftlichen Aktivitäten sind am profitabelsten?
Direktverkäufe an Verbraucher:innen gehören zu den profitabelsten Einnahmequellen eines landwirtschaftlichen Betriebs. Die Herstellung und der Verkauf von veredelten Lebensmitteln, Agrotourismus-Erlebnisse auf dem Hof oder der Direktverkauf deiner Ernte auf einem Wochenmarkt bringen allesamt höhere Gewinnspannen als der klassische Großhandelsverkauf.
Wie kannst du mit 8 Hektar Geld verdienen?
Acht Hektar bieten erstaunlich viele Möglichkeiten. Das reicht, um einen Marktgarten aufzubauen und Erzeugnisse auf einem Wochenmarkt oder über ein eigenes SoLaWi-Programm zu verkaufen, eine kleine Schafherde für die Wollproduktion zu züchten und Agrotourismus-Angebote wie private Veranstaltungen, Hofaufenthalte und Kurse anzubieten.
Können nur große Höfe profitabel sein?
Nein, die Größe deines Landes bestimmt nicht, wie erfolgreich du sein kannst. Entscheidend ist dein Businessplan. Wer seine Erzeugnisverkäufe mit Agrotourismus, veredelten Produkten und Online-Verkäufen kombiniert, kann auch mit einem kleinen Hof sehr profitabel wirtschaften.





