In der heutigen wettbewerbsintensiven E-Commerce-Landschaft haben viele Kleinunternehmer:innen die Rolle der Content-Erstellung zu ihren Aufgaben hinzugefügt. Unzählige Kund:innen schauen Videos als Teil ihrer täglichen Routine. Unternehmen profitieren davon, ihrem Publikum ansprechende und hochwertige Videos anzubieten, die mit ihren Produkten und ihrem Geschäft verknüpft sind.
Die meistgenutzte Internet-Video-Plattform ist YouTube. Laut Statista hatte YouTube im Jahr 2025 mehr als 2,5 Milliarden aktive Nutzer:innen und ist damit nach Google die zweitbeliebteste Website der Welt.
Als E-Commerce-Unternehmer:in kann es sehr vorteilhaft sein, Videobearbeitung zu erlernen, damit du problemlos deine eigenen Videoinhalte erstellen kannst. Ob mit Erfahrung oder ganz neu in der Videoproduktion – der Einstieg in die Bearbeitung von YouTube-Videos kann für dich ganz unkompliziert sein.
So bearbeitest du Videos für YouTube
Du benötigst keinen Hochschulabschluss in der Filmproduktion, um YouTube-Videos zu bearbeiten. Dank kostenloser Videobearbeitungssoftware, die online weit verbreitet ist, benötigst du nicht einmal ein großes Budget. Was du brauchst, ist ein klarer Plan und ein Verständnis dafür, was die heutigen Tools für die Videobearbeitung leisten können. Hier findest du eine Anleitung, wie du Videos für YouTube bearbeitest
in 9 Schritten:
1. Plane dein Video
Beginne mit der Videoerstellung, indem du ein Videokonzept planst. Die meisten YouTube-Videos sind recht einfach konzipiert. Sie haben keine verschlungenen Handlungsstränge wie ein Film oder eine TV-Serie. Du kannst zum Beispiel lehrreiche How-to-Videos über dein Geschäft erstellen, etwa wie ein Stoffunternehmen, das ein Näh-Tutorial produziert. Du könntest aber auch ein unterhaltsames Straßeninterview-Video erstellen, in dem du Passant:innen zu aktuellen Trends befragst, die in Zusammenhang stehen mit deiner Branche. Zum Beispiel könnten Inhaber:innen eines Unternehmens für Baseballcaps Passant:innen fragen, wie viel Geld sie verlangen würden, damit sie die Kappe eines konkurrierenden Teams tragen.
Du könntest auch Produktvideos erstellen, die die Anwendung deines Produkts zeigen, oder Unboxing-Videos, die Käufer:innen einen realistischen Eindruck davon vermitteln, was sie beim Kauf erwartet.
Für welchen Videostil du dich auch entscheidest, achte stets darauf, dass deine Kamera oder dein Smartphone vollständig geladen ist und alle benötigten Produkte, Requisiten oder weiteren Hilfsmittel bereitliegen. Es ist hilfreich, vorab ein Skript zu schreiben oder ein Storyboard zu erstellen, um die benötigten Aufnahmen vorab zu planen.
2. Aufnahme deines Videos
Die Videobearbeitung ist Teil der Nachbearbeitung. Zuerst musst du die eigentliche Produktion angehen, was bedeutet, dass du das gesamte Rohmaterial filmst, das du später bearbeiten wirst. Erstelle eine Liste aller benötigten Aufnahmen und nehme in jedem Fall mehr auf, als du denkst zu benötigen. Es ist riskant anzunehmen, dass du bestimmte Sequenzen in der Nachbearbeitung noch perfekt anpassen kannst. Auch wenn es länger dauert, solltest du weiterarbeiten, bis du die gewünschten Aufnahmen im Kasten hast. Das macht den Bearbeitungsprozess effizienter. Wenn du mehrere Aufnahmen machst, ist es sinnvoll, gute und weniger gelungene Takes im Blick zu behalten, damit du bei der Bearbeitung weißt, welche Clips du primär verwenden möchtest.
Achte auch auf die Qualität der Audioaufnahme. Stelle sicher, dass du Menschen klar sprechen hören kannst und es keine störenden Hintergrundgeräusche gibt.
3. Wähle eine Software für die Videobearbeitung
Sobald du dein Material fertig aufgenommen hast, bist du bereit für die Bearbeitung. Dir stehen viele Software-Optionen zur Verfügung. Viele Content-Creator:innen bearbeiten ihre YouTube-Videos kostenlos direkt im integrierten Video-Editor von YouTube, der auf der webbasierten YouTube-Studio-Plattform verfügbar ist.
Wenn du anspruchsvollere Bearbeitungsziele verfolgst, kannst du auch kostenpflichtige Programme wie Adobe Premiere Pro, Adobe After Effects oder Final Cut Pro ausprobieren. Du kannst natürlich auch einen kostenlosen Video-Editor wie Shotcut oder DaVinci Resolve verwenden.
Alternativ kannst du ebenso die vorinstallierte Software deines Computers prüfen. Möglicherweise verfügst du bereits über ein Tool für die Videobearbeitung. Apple-Computer sind beispielsweise mit iMovie ausgestattet, einem grundlegenden Bearbeitungstool, das hochwertige Videos exportieren kann. Wenn du deine Videos auf einem mobilen Gerät bearbeiten möchtest, suche gezielt nach Videobearbeitungs-Apps, die für diesen Zweck entwickelt wurden.
4. Importiere dein Videomaterial
Dein Videobearbeitungstool ermöglicht es dir, Videos in verschiedenen Formaten wie MP4, MOV oder MKV zu importieren. Du kannst ein Video in einem bestimmten Format importieren und anschließend in einem anderen exportieren. YouTube und die meisten Streaming-Dienste im Internet bevorzugen das MP4-Format.
Schau in der Anleitung deiner Software nach, wie der Import funktioniert. In den meisten Fällen ist das Importieren ziemlich einfach und intuitiv. Bei YouTubes Video-Editor befindet sich beispielsweise ein Drag-and-Drop-Fenster in der Mitte des Bildschirms.
5. Bearbeite dein Material
Als nächstes bearbeitest du dein Material mit der Videobearbeitungssoftware deiner Wahl und nimmst die gewünschten Änderungen vor. Du kannst Clips trimmen, Übergänge hinzufügen, Text einfügen, die Farbpalette ändern, Audio überlagern und noch vieles mehr. Moderne Videobearbeitungssoftware funktioniert ähnlich wie Textverarbeitungsprogramme. So wie du in einem Textsatz bestimmte Sätze ausschneiden und an anderer Stelle einfügen kannst, erlauben es dir Videobearbeitungstools ebenfalls, einen Clip zu teilen und an einer anderen Stelle in der Video-Timeline zu platzieren. Du kannst auch mehrere Videos zu einem einzigen Video zusammenführen, indem du sie einzeln importierst und dann das Material kombinierst.
Während du bearbeitest, berücksichtige die Reihenfolge der Clips und stelle sicher, dass du einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hast. Achte auf einen konsistenten Intro-Stil, etwa eine Karte oder Sequenz, die Zuschauer:innen sofort als Teil deiner Marke wiedererkennen. Gleiches gilt für Übergänge. Deine Bearbeitungssoftware bietet vielleicht viele Optionen, aber es ist wichtig, eine auszuwählen und diese konsequent anzuwenden.
Wie du dir vielleicht vorstellen kannst, bieten kostenpflichtige Programme wie Adobe Premiere Pro anspruchsvollere Bearbeitungsoptionen. Auch mit einem webbasierten Editor wie dem YouTube-Tool lassen sich Clips aber sehr gut schneiden, verschieben und mit Übergängen versehen.
6. Füge visuelle Effekte hinzu
Du kannst deinen YouTube-Videos Spezialeffekte hinzufügen und Elemente wie Personen oder Objekte integrieren, die im Originalmaterial nicht enthalten sind. Dazu gehören Text-Pop-ups, um Gesagtes im Video hervorzuheben oder zu erklären, oder um zusätzliche Informationen zu teilen von dem, was die Zuschauer:innen gerade sehen. Berücksichtige stets deinen Markenstil, bestehend aus Schriftarten, Farben und Logos, beim Hinzufügen der visuellen Effekte.
High-End-Videobearbeitungssoftware verfügt häufig über diese Funktionen. Du kannst dein Video aber auch exportieren und ein Programm wie Adobe After Effects verwenden, um diese Aufgabe zu erledigen. Der integrierte YouTube-Video-Editor ist etwas rudimentärer. Hochwertige Videoeffekte kannst du damit nicht einbauen.
7. Füge Musik und Soundeffekte hinzu
Die meisten YouTube-Videos profitieren von musikalischer Untermalung, wie z. B. bei Produktvideos, die einen Artikel deines Unternehmens präsentieren. Selbst ein Interview oder ein anderes dialogreiches Video kann durch Intro- oder Bumper-Musik am Anfang und Ende des Clips aufgewertet werden.
Deine Videobearbeitungssoftware, wie z. B. YouTube Studio, bietet dir Zugriff auf kostenlose Musik und Soundeffekte, die du ohne Erlaubnis der Urheber:innen verwenden darfst. Freesound (Link auf Englisch) hat eine Vielzahl von Sounds, die du kostenlos verwenden kannst, während Looperman (Link auf Englisch) A-cappella-Gesang, Musik und Sounds bereitstellt, die du nur unter Angabe der Ersteller:innen verwenden kannst. Du kannst auch Originalmusik von Komponist:innen in Auftrag geben. So passt die Musik besser zu deinem Videomaterial und entspricht deinem persönlichen Geschmack.
8. Exportiere dein Video
Sobald du dein Video deinen Vorstellungen entsprechend fertig bearbeitet hast, kannst du es im nächsten Schritt für YouTube exportieren. Wenn du innerhalb der YouTube Studio-Plattform bearbeitest, kannst du diesen Schritt überspringen und das Video direkt auf deinem YouTube-Kanal veröffentlichen. Wenn du eine andere Videobearbeitungssoftware nutzt, solltest du dein Video idealerweise im MP4-Format mit H.264-Video-Codec und AAC-Audio-Codec exportieren. YouTube unterstützt auch andere Videoformate, einschließlich MOV und WebM, aber MP4 ist eine gute Wahl für eine optimale Kompatibilität und Qualität in allen Webbrowsern deiner Nutzer:innen.
9. Veröffentliche dein Video auf YouTube
Der letzte Schritt ist die Veröffentlichung deines Videos auf YouTube. Du kannst Videos über einen Drag-and-Drop-Editor in YouTube Studio hochladen oder eine Datei auf deinem Computer oder mobilen Gerät auswählen. YouTube wird dich nach einem Videotitel und einer kurzen Beschreibung fragen. Du kannst auch Schlüsselwörter für die YouTube-Suchmaschinenoptimierung (SEO) eingeben. Noch bessere Ergebnisse erzielst du aber, wenn du diese Schlüsselwörter in den Titel selbst einfügst. Wähle oder erstelle ein Thumbnail-Bild für dein YouTube-Video. Du kannst kostenlose Tools wie Canva verwenden, um ganz unkompliziert auffällige Thumbnails für deine Videos zu erstellen.
Berücksichtige den besten Zeitpunkt für die Veröffentlichung deines Videos. Orientiere dich hier an den Bedürfnissen deiner Zielgruppe, deinem Standort und der Art des Inhalts.
YouTube wird dir zusätzliche Features anbieten, wie z. B. automatisierte Untertitel. Das ist eine sehr gute Option, da deine Videos nicht immer mit Ton angeschaut werden. Solltest du Untertitel verwenden, korrigiere den Text, um sicherzustellen, dass die Sprache korrekt ist.
Best Practices für die YouTube-Videobearbeitung
Um den maximalen Nutzen aus deinen YouTube-Videos zu ziehen, halte dich an diese bewährten Praktiken:
Halte dein Konzept fokussiert
Setze es dir als Ziel, immer nur eine einzige Geschichte zu erzählen oder ein einziges Konzept in deinem YouTube-Video zu vermitteln. Wenn du mehr zu sagen hast, erstelle ein separates Begleitvideo.
Erzähle eine Geschichte
Nutze die Bearbeitung, um dein Material zu einer klaren, gut nachvollziehbaren Geschichte mit Anfang, Mitte und Ende zu formen.
Verwende mehrere Kamerawinkel
Halte die Spannung in deinem Video aufrecht, indem du mit verschiedenen Kamerawinkeln arbeitest. Du kannst außerdem B-Roll-Material einfügen, also ergänzende Aufnahmen, zwischen denen du schneidest – z. B. Außenaufnahmen deines Geschäfts, Stock-Material oder Aufnahmen deiner Produkte.
Verwende Übergänge und Effekte, die deiner Geschichte dienen
Die heutige Videobearbeitungssoftware kann Übergänge und Effekte erstellen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären. Es ist vollkommen in Ordnung, diese Effekte in dein YouTube-Video einzubauen, aber wähle deine Momente klug. Spezialeffekte sollten immer der Geschichte dienen und nicht von ihr ablenken.
Stelle sicher, dass Dialoge gut zu verstehen sind
Zuschauer:innen irritiert kaum etwas mehr als unverständliche Audioaufnahmen. Achte daher beim Filmen auf gute Tontechnik und bei der Bearbeitung deiner Audiospuren auf eine klare Verständlichkeit.
Erstelle ansprechende Thumbnails
Ein Thumbnail ist ein Standbild aus deinem Video, das YouTube auf einer Suchergebnisseite anzeigt. Wähle daher ein Thumbnail, das dein Video gut repräsentiert, aber auch das Interesse der Zuschauer:innen weckt. Wenn du etwa ein Produktvideo über einen besonders leistungsstarken Staubsauger produziert hast, könntest du ein Thumbnail benutzen, das den Staubsauger zeigt, wie er mit seiner Saugkraft einen ganzen Teppich hochhält.
Experimentiere mit unterschiedlichen Videobearbeitungssoftware
Du musst nicht während deiner gesamten Videobearbeitung einem Softwareprogramm treu bleiben. Du kannst im Laufe der Zeit verschiedene Programme ausprobieren und schauen, ob ein Funktionsset oder ein bestimmter Workflow besser zu deinen Bedürfnissen als Editor:in passt. Viele Programme bieten eine kostenlose Version an, mit der du ihre Funktionen vor dem Kauf testen kannst.
Häufig gestellte Fragen – Wie du Videos für YouTube bearbeitest
Welche Software ist am besten für die Bearbeitung von Videos für YouTube geeignet?
Für viele Content-Creator:innen deckt YouTube Studio, die hauseigene Videobearbeitungssoftware, alle wichtigen Funktionen ab. Du siehst die verschiedenen Clips in einem Timeline-Panel. Sie lassen sich trimmen, verschieben und mit Übergängen, Titeln oder kostenloser Musik versehen. Und dein fertiges Video kannst du direkt auf YouTube hochladen, ganz ohne zusätzliche Software.
Wie kannst du deine Videos für YouTube optimieren?
Du kannst deine Videos für YouTube-Nutzer:innen ansprechender gestalten, indem du ihnen eingängige Titel gibst, die den Inhalt genau beschreiben. Du kannst beim Hochladen sich im Trend befindende Schlüsselwörter nutzen. Dies hilft dir sehr wahrscheinlich dabei, auf einer YouTube-Suchseite zu erscheinen und mehr YouTube-Abonnent:innen zu generieren.
Wo findest du den YouTube-Video-Editor?
Der YouTube-Video-Editor befindet sich auf der YouTube Studio-Plattform. Auf der YouTube-Hauptseite findest du oben rechts ein Symbol, das wie eine Kamera mit einem Pluszeichen aussieht. Ein Klick darauf öffnet YouTube Studio und seinen webbasierten Editor.





