Der digitale Handel zwischen Unternehmen unterscheidet sich deutlich vom klassischen Verkauf an Endkund:innen. Geschäftskund:innen bestellen meist größere Mengen, handeln individuelle Konditionen aus und benötigen häufig mehrere Freigaben, bevor sie einen Kauf abschließen können.
Gleichzeitig erwarten B2B-Einkäufer:innen heute eine ähnlich einfache Nutzererfahrung, wie sie sie aus dem privaten Onlinehandel kennen. Sie möchten Produkte schnell finden, Preise direkt einsehen, Bestellungen selbst verwalten und benötigte Artikel ohne langwierige Abstimmungen nachbestellen.
Eine geeignete B2B-E-Commerce-Plattform muss deshalb mehr leisten als ein gewöhnlicher Onlineshop. Sie sollte komplexe Preisstrukturen, individuelle Produktkataloge, Zahlungsziele, Unternehmensaccounts und die Anbindung bestehender Systeme unterstützen.
In diesem Beitrag erfährst du, welche neun B2B-E-Commerce-Funktionen für einen modernen Großhandel besonders wichtig sind.
Welche B2B-E-Commerce-Funktionen sind besonders wichtig?
Zu den wichtigsten B2B-E-Commerce-Funktionen gehören kundenspezifische Produktkataloge und Preise, mobile Bestellmöglichkeiten, Self-Service-Portale, leistungsfähige Suchfunktionen, automatisierte Arbeitsabläufe, Systemintegrationen, flexible Zahlungsbedingungen, eine sichere Rechteverwaltung sowie aussagekräftige Analysen.
1. Individuelle Produktkataloge und flexible B2B-Preise
B2B-Sortimente sind häufig komplexer als Produktangebote im B2C-Handel. Großhändler:innen verwalten oftmals Hunderte oder Tausende Artikel, Varianten, Verpackungseinheiten und Artikelnummern.
Nicht jedes Unternehmen darf dabei automatisch das gesamte Sortiment sehen. Einzelne Produkte können beispielsweise nur für bestimmte Regionen, Branchen, Vertriebspartner:innen oder Kundengruppen verfügbar sein.
Eine B2B-E-Commerce-Plattform sollte dir deshalb ermöglichen, individuelle Kataloge anzulegen. Nach der Anmeldung sehen deine Kund:innen dann ausschließlich die Produkte, Varianten und Konditionen, die für ihr Unternehmen freigegeben sind.
Das vereinfacht die Produktauswahl und verhindert, dass Geschäftskund:innen Artikel bestellen, die nicht Bestandteil ihrer Vereinbarung sind.
Kundenspezifische Preislisten
Auch die Preisgestaltung ist im B2B-Handel selten einheitlich. Preise können unter anderem von folgenden Faktoren abhängen:
- dem jeweiligen Unternehmen
- der Bestellmenge
- der Kundengruppe
- dem Absatzgebiet
- bestehenden Rahmenverträgen
- vereinbarten Rabatten
- der gewählten Verpackungseinheit
Statt diese Konditionen bei jeder Bestellung manuell zu prüfen, sollte dein B2B-Shop nach der Anmeldung automatisch die korrekten Preise anzeigen.
Mit B2B on Shopify kannst du Unternehmen und Unternehmensstandorten beispielsweise bestimmte Kataloge zuweisen. Diese können eigene Produkte, Festpreise und prozentuale Preisanpassungen enthalten.
Staffelpreise und Mengenregeln
Für viele B2B-Händler:innen sind Staffelpreise ein wichtiges Instrument. Der Stückpreis sinkt dabei, sobald Kund:innen eine bestimmte Abnahmemenge erreichen.
Neben Staffelpreisen sollte deine Plattform weitere Mengenregeln unterstützen, beispielsweise:
- Mindestbestellmengen
- maximale Bestellmengen
- Mindestbestellwerte
- feste Bestellschritte
- bestimmte Verpackungseinheiten
Verkaufst du ein Produkt beispielsweise ausschließlich in Kartons mit zwölf Einheiten, sollte dein Shop Bestellungen von 13 oder 15 Einzelstücken automatisch verhindern.
Solche Regeln reduzieren Rückfragen und sorgen dafür, dass Bestellungen bereits beim Eingang deinen logistischen und wirtschaftlichen Anforderungen entsprechen.
2. Mobile Bestellmöglichkeiten
B2B-Bestellungen finden nicht ausschließlich am Schreibtisch statt. Einkäufer:innen, Außendienstmitarbeiter:innen und Filialleiter:innen bestellen häufig direkt aus dem Lager, auf einer Baustelle, in einem Verkaufsraum oder während eines Kundentermins.
Dein B2B-Shop sollte deshalb auf Smartphones und Tablets ebenso zuverlässig funktionieren wie auf einem Desktop-Computer.
Eine mobil optimierte B2B-Plattform zeichnet sich unter anderem durch folgende Eigenschaften aus:
- kurze Ladezeiten
- übersichtliche Navigation
- gut bedienbare Filter
- eine leicht zugängliche Suche
- einfache Mengeneingaben
- mobil nutzbare Bestelllisten
- einen übersichtlichen Checkout
Gerade bei umfangreichen Sortimenten reicht es nicht aus, eine Desktop-Version lediglich auf einen kleineren Bildschirm zu übertragen. Häufig genutzte Funktionen müssen auch mobil schnell erreichbar sein.
Angebote mobil erstellen
Auch dein Vertrieb sollte Angebote unabhängig vom Arbeitsplatz erstellen können. Außendienstmitarbeiter:innen können beispielsweise während eines Gesprächs die passenden Produkte auswählen und daraus einen Bestellentwurf erstellen.
In Shopify lassen sich Entwurfsbestellungen einem Unternehmen oder Unternehmensstandort zuordnen. Dadurch können die dort hinterlegten Preise, Zahlungsbedingungen und Checkout-Einstellungen berücksichtigt werden. Anschließend kann die zuständige Person einen Checkout-Link erhalten und die Bestellung prüfen.
Benötigst du umfangreichere Angebotsprozesse, kannst du deinen B2B-Shop mit einer passenden App oder einem externen Angebotsmanagement verbinden. Entscheidend ist, dass Informationen nicht mehrfach manuell übertragen werden müssen.
3. Self-Service-Portal für Geschäftskund:innen
Viele traditionelle B2B-Prozesse hängen stark vom Vertrieb oder Kundenservice ab. Kund:innen senden ihre Bestellung per E-Mail, fragen telefonisch nach Preisen oder bitten um Kopien vergangener Rechnungen.
Diese Abläufe verursachen auf beiden Seiten zusätzlichen Aufwand.
Ein Self-Service-Portal gibt deinen Geschäftskund:innen die Möglichkeit, wichtige Aufgaben selbst zu erledigen. Dazu gehören beispielsweise:
- Produkte und individuelle Preise einsehen
- Bestellungen aufgeben
- vergangene Bestellungen prüfen
- Artikel erneut bestellen
- Liefer- und Rechnungsadressen verwalten
- Unternehmensstandorte auswählen
- Zahlungsbedingungen einsehen
- den Bestellstatus verfolgen
Ein solches Portal ersetzt den persönlichen Vertrieb nicht. Es entlastet ihn jedoch von wiederkehrenden Standardaufgaben. Dein Team kann sich dadurch stärker auf Beratung, komplexe Angebote und den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen konzentrieren.
Geschützte B2B-Bereiche
Individuelle Großhandelspreise sollten nicht zwingend öffentlich sichtbar sein. Ein geschützter B2B-Bereich sorgt dafür, dass nur freigegebene Unternehmen auf bestimmte Kataloge und Konditionen zugreifen können.
Interessierte Geschäftskund:innen können sich zunächst registrieren oder eine Anfrage stellen. Nach einer internen Prüfung erhält das Unternehmen Zugriff auf den passenden Bereich.
So kannst du kontrollieren:
- welche Unternehmen bestellen dürfen
- welche Produkte sie sehen
- welche Preise für sie gelten
- an welche Standorte geliefert werden darf
- welche Zahlungsbedingungen verfügbar sind
Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn du gleichzeitig an Privatkund:innen und Geschäftskund:innen verkaufst.
Unternehmensaccounts mit mehreren Personen
B2B-Käufe werden häufig nicht von einer einzelnen Person durchgeführt. Während eine Person Produkte auswählt, übernimmt eine andere die Freigabe oder Verwaltung der Rechnungsdaten.
Eine geeignete Plattform sollte daher mehrere Nutzer:innen innerhalb eines Unternehmensaccounts unterstützen. Dabei können unterschiedliche Rollen und Berechtigungen vergeben werden.
Eine einkaufsberechtigte Person könnte beispielsweise Bestellungen aufgeben und die Bestellhistorie einsehen. Eine Administratorin oder ein Administrator des Unternehmens könnte zusätzlich Adressen, Standorte und weitere Nutzer:innen verwalten.
Auch Unternehmen mit mehreren Filialen oder Niederlassungen lassen sich auf diese Weise abbilden. Shopify unterstützt Unternehmensprofile mit verschiedenen Standorten und zugeordneten Kund:innen.
4. Intelligente Suche und einfache Produktfindung
Je größer dein Sortiment ist, desto wichtiger wird eine leistungsfähige Suchfunktion. Geschäftskund:innen wissen häufig bereits genau, welchen Artikel sie benötigen. Sie suchen nicht nur nach Produktnamen, sondern auch nach Artikelnummern, technischen Merkmalen oder branchenspezifischen Begriffen.
Eine B2B-Suche sollte daher verschiedene Eingaben erkennen können, zum Beispiel:
- Produktnamen
- Artikelnummern
- Herstellerbezeichnungen
- Modellnummern
- technische Eigenschaften
- Synonyme
- alternative Schreibweisen
- frühere Bestellungen
Auch Tippfehler oder Sonderzeichen in Artikelnummern sollten möglichst nicht dazu führen, dass die Suche keine Ergebnisse liefert.
Filter für komplexe Sortimente
Bei umfangreichen Katalogen helfen Filter dabei, die Produktauswahl einzugrenzen. Je nach Branche können unterschiedliche Merkmale relevant sein.
Denkbar sind unter anderem Filter für:
- Material
- Größe
- Farbe
- Leistung
- Spannung
- Gewicht
- Hersteller:in
- Verfügbarkeit
- Zertifizierungen
- Verpackungseinheit
Im Unterschied zum B2C-Handel sollten sich B2B-Filter vor allem an den Anforderungen des Einkaufs orientieren. Eine dekorative Darstellung ist weniger wichtig als eine präzise und schnelle Produktauswahl.
Mit Metafeldern kannst du zusätzliche Produktinformationen strukturiert hinterlegen. Diese Daten lassen sich beispielsweise für Filter oder detaillierte Produktbeschreibungen verwenden.
Produktempfehlungen für B2B-Kund:innen
Produktempfehlungen können auch im B2B-Handel sinnvoll sein. Sie sollten allerdings nicht ausschließlich auf spontanen Zusatzkäufen beruhen.
Hilfreich sind etwa Empfehlungen für:
- kompatible Ersatzteile
- ergänzende Verbrauchsmaterialien
- alternative Produktvarianten
- regelmäßig benötigte Artikel
- passende Zubehörprodukte
- zuletzt bestellte Produkte
So unterstützt du Kund:innen bei der Beschaffung und reduzierst das Risiko, dass wichtige Bestandteile einer Bestellung vergessen werden.
5. Automatisierte Abläufe und Freigaben
Viele B2B-Prozesse bestehen aus wiederkehrenden Aufgaben. Mitarbeitende prüfen Bestellwerte, weisen Kundengruppen zu, informieren den Vertrieb oder aktualisieren interne Systeme.
Werden diese Schritte manuell durchgeführt, steigt der Arbeitsaufwand mit jeder zusätzlichen Bestellung.
Automatisierungen helfen dir, standardisierte Prozesse anhand vorher festgelegter Regeln auszuführen. Ein Workflow kann beispielsweise starten, wenn:
- eine Bestellung einen bestimmten Wert überschreitet
- ein neues Unternehmen registriert wird
- ein Produkt nicht verfügbar ist
- eine Rechnung überfällig wird
- eine besonders große Bestellung eingeht
- ein Unternehmen längere Zeit nicht bestellt hat
Je nach Auslöser kann das System eine Benachrichtigung versenden, einen Tag vergeben oder eine interne Prüfung anstoßen.
Shopify Flow ermöglicht es Händler:innen, wiederkehrende Aufgaben über Auslöser, Bedingungen und Aktionen zu automatisieren. Dadurch lassen sich unter anderem Bestell-, Kunden- und Inventarprozesse strukturieren.
Mehrstufige Bestellfreigaben
Bei größeren Unternehmen dürfen Bestellungen häufig nur bis zu einem bestimmten Betrag ohne Freigabe abgeschlossen werden. Überschreitet eine Bestellung dieses Limit, muss eine vorgesetzte oder budgetverantwortliche Person zustimmen.
Eine B2B-Plattform sollte solche Beschaffungsprozesse möglichst abbilden oder sich mit einem entsprechenden System verbinden lassen.
Typische Anforderungen sind:
- Bestellungen ab einem bestimmten Wert zurückhalten
- zuständige Personen automatisch informieren
- Genehmigungen dokumentieren
- Bestellungen annehmen oder ablehnen
- unterschiedliche Freigabegrenzen hinterlegen
Solche Funktionen erleichtern deinen Kund:innen die Einhaltung interner Einkaufsrichtlinien.
Wiederbestellungen vereinfachen
Wiederkehrende Bestellungen sind ein wesentlicher Bestandteil vieler B2B-Geschäftsmodelle. Kund:innen sollten deshalb vergangene Käufe schnell erneut auslösen können.
Hilfreiche Funktionen sind:
- eine „Erneut kaufen“-Option
- gespeicherte Bestelllisten
- Schnellbestellformulare
- Mengeneingaben für mehrere Varianten
- wiederkehrende Bestellungen
- Erinnerungen an typische Bestellintervalle
Je weniger Schritte eine Wiederbestellung erfordert, desto geringer ist der administrative Aufwand für deine Kund:innen.
In diesem Video (auf Englisch) zeigen wir dir, wie du mit Shopify Flow wiederkehrende Aufgaben und Workflows vereinfachen kannst:
6. Anbindung von ERP-, CRM- und Warenwirtschaftssystemen
Ein B2B-Shop arbeitet selten vollständig unabhängig. Produktdaten, Lagerbestände, Rechnungen und Kundeninformationen befinden sich häufig bereits in anderen Systemen.
Zu den typischen Bestandteilen einer B2B-Systemlandschaft gehören:
- Enterprise-Resource-Planning-Systeme
- Warenwirtschaftssysteme
- Produktinformationsmanagement-Systeme
- Customer-Relationship-Management-Systeme
- Lagerverwaltungssysteme
- Buchhaltungssoftware
- Versandlösungen
- elektronische Beschaffungssysteme
Eine geeignete B2B-E-Commerce-Plattform sollte Schnittstellen und Integrationen bereitstellen, um diese Systeme miteinander zu verbinden.
Aktuelle Daten durch Synchronisierung
Eine zuverlässige Synchronisierung verhindert, dass unterschiedliche Systeme mit widersprüchlichen Informationen arbeiten.
Wird ein Produkt im Warenwirtschaftssystem als nicht verfügbar gekennzeichnet, sollte diese Änderung möglichst schnell im B2B-Shop erscheinen. Dasselbe gilt für neue Preise, geänderte Kundendaten und eingegangene Bestellungen.
Besonders wichtig ist der Datenaustausch bei:
- Lagerbeständen
- Produktinformationen
- kundenspezifischen Preisen
- Unternehmensdaten
- Aufträgen
- Rechnungen
- Versandinformationen
- Retouren
Fehlende oder verzögerte Synchronisierungen können zu Überverkäufen, falschen Preisen und zusätzlicher manueller Arbeit führen.
Unterschiedliche Integrationswege
Je nach technischer Umgebung kann die Anbindung über Apps, standardisierte Konnektoren, Programmierschnittstellen oder individuell entwickelte Integrationen erfolgen.
Shopify bietet unter anderem Schnittstellen und Integrationsmöglichkeiten für ERP- und CRM-Systeme. Welche Lösung geeignet ist, hängt von deiner vorhandenen Systemlandschaft, dem Datenvolumen und der erforderlichen Aktualisierungsgeschwindigkeit ab.
Vor der Einführung solltest du deshalb festlegen, welches System für welche Daten führend ist. Das verhindert, dass Änderungen gleichzeitig an mehreren Stellen vorgenommen werden und sich gegenseitig überschreiben.
7. B2B-Checkout und flexible Zahlungsbedingungen
Der Checkout im B2B-Handel muss andere Anforderungen erfüllen als ein gewöhnlicher B2C-Checkout.
Privatkund:innen bezahlen ihre Bestellung üblicherweise direkt. Im Geschäftskundenhandel sind dagegen Kauf auf Rechnung, Zahlungsziele, individuelle Vereinbarungen oder manuell geprüfte Bestellungen verbreitet.
Eine B2B-E-Commerce-Plattform sollte daher unterschiedliche Zahlungsbedingungen pro Unternehmen oder Standort unterstützen.
Mögliche Modelle sind:
- sofortige Zahlung
- Zahlung bei Versand oder Ausführung
- Kauf auf Rechnung
- individuelle Zahlungsziele
- manuelle Zahlungsarten
- hinterlegte Unternehmenskreditkarten
Mit B2B on Shopify können unter anderem sofortige Zahlung, Zahlung bei Ausführung sowie Nettozahlungsziele von 7, 15, 30, 60 oder 90 Tagen hinterlegt werden.
Für den DACH-Markt relevante Zahlungsarten
Für B2B-Händler:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz spielen häufig folgende Optionen eine größere Rolle:
- Kauf auf Rechnung
- SEPA-Überweisung
- SEPA-Lastschrift
- Firmenkreditkarte
- Vorkasse
- individuelle Zahlungsvereinbarungen
Welche Zahlungsarten du anbieten solltest, hängt von deiner Zielgruppe, dem durchschnittlichen Bestellwert und deinem Risikomanagement ab.
Auch länderspezifische Anforderungen können eine Rolle spielen. Verkaufst du beispielsweise an Unternehmen in mehreren europäischen Märkten, solltest du Währungen, Steuern und lokale Zahlungsgewohnheiten bei der Gestaltung des Checkouts berücksichtigen.
Hinterlegte Zahlungsmethoden
Wiederkehrende Kund:innen können von gespeicherten Zahlungsmethoden profitieren. Sie müssen ihre Daten dann nicht bei jeder Bestellung erneut eingeben.
Voraussetzung ist, dass die Zahlungsinformationen sicher verarbeitet werden und die Kund:innen der Speicherung zustimmen. Shopify Payments ist PCI-DSS-konform und ermöglicht es, Zahlungsinformationen innerhalb der vorgesehenen Zahlungsprozesse sicher zu verarbeiten.
Bei Zahlungszielen sollte dein System außerdem nachvollziehbar abbilden, wann eine Forderung fällig wird und welchen Status sie aktuell hat.
8. Sicherheit, Datenschutz und Rechteverwaltung
B2B-Kund:innen übermitteln deinem Shop sensible Informationen. Dazu können Kontaktdaten, Lieferadressen, Bestellhistorien, individuelle Preise und Zahlungsinformationen gehören.
Insbesondere größere Unternehmen prüfen vor einer Zusammenarbeit häufig, wie Anbieter:innen mit Daten und Zugriffsrechten umgehen.
Eine B2B-E-Commerce-Plattform sollte deshalb grundlegende Sicherheitsfunktionen bereitstellen, darunter:
- verschlüsselte Datenübertragung über HTTPS
- sichere Zahlungsabwicklung
- Zwei-Faktor-Authentifizierung
- regelmäßige Sicherheitsupdates
- nachvollziehbare Aktivitätsprotokolle
- individuelle Zugriffsrechte
- zuverlässige Backups
- Maßnahmen gegen unberechtigte Zugriffe
Für den DACH-Markt ist außerdem der datenschutzkonforme Umgang mit personenbezogenen Daten besonders relevant. Welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt von deinem Geschäftsmodell und den konkret verarbeiteten Daten ab.
Rollenbasierte Zugriffsrechte
Nicht alle Mitarbeitenden benötigen Zugriff auf sämtliche Bereiche deines Shops.
Eine Person aus dem Lager muss beispielsweise Bestellungen und Versandinformationen einsehen können, benötigt aber nicht zwingend Zugriff auf Designeinstellungen oder sensible Unternehmensdaten. Mitarbeitende im Vertrieb benötigen wiederum andere Rechte als Personen aus Buchhaltung oder Marketing.
Rollenbasierte Berechtigungen helfen dir dabei, Zugriffe gezielt zu begrenzen.
Eine geeignete Plattform sollte ermöglichen:
- Rollen für unterschiedliche Teams anzulegen
- Berechtigungen einzeln zuzuweisen
- Zugriffe auf bestimmte Bereiche zu beschränken
- Änderungen durch Mitarbeitende nachzuvollziehen
- nicht mehr benötigte Zugänge schnell zu entfernen
Das reduziert sowohl Sicherheitsrisiken als auch versehentliche Änderungen.
9. B2B-Analysen und aussagekräftige Berichte
Der Gesamtumsatz allein reicht nicht aus, um ein B2B-Geschäft fundiert zu steuern. Du solltest zusätzlich erkennen können, welche Unternehmen regelmäßig bestellen, welche Produkte besonders gefragt sind und welche Konditionen wirtschaftlich sinnvoll sind.
Eine leistungsfähige Analysefunktion sollte dir beispielsweise Antworten auf folgende Fragen geben:
- Welche Unternehmen erzielen den höchsten Umsatz?
- Wie häufig bestellen einzelne Kund:innen?
- Welche Produkte werden regelmäßig gemeinsam gekauft?
- Welche Unternehmensstandorte wachsen besonders stark?
- Welche Preislisten führen zu profitablen Bestellungen?
- Wie hoch ist der durchschnittliche Bestellwert?
- Wie viele Bestellungen werden erneut aufgegeben?
- Welche Zahlungsziele werden besonders häufig genutzt?
- Bei welchen Kund:innen entstehen überfällige Forderungen?
Diese Informationen helfen dir, Vertriebsaktivitäten zu priorisieren und dein Sortiment besser an der tatsächlichen Nachfrage auszurichten.
Kundensegmente bilden
Nicht alle B2B-Kund:innen haben dieselben Anforderungen. Du kannst Unternehmen beispielsweise nach Standort, Bestellhäufigkeit, Umsatz oder Produktinteresse segmentieren.
Mögliche Segmente sind:
- neue Geschäftskund:innen
- regelmäßig bestellende Unternehmen
- Kund:innen mit hohem Bestellwert
- inaktive Accounts
- Unternehmen mit bestimmten Produktinteressen
- Kund:innen aus einzelnen Ländern oder Regionen
Auf Grundlage dieser Segmente kannst du Abläufe gezielter planen. Dein Vertrieb erkennt beispielsweise, welche Kund:innen üblicherweise in festen Intervallen bestellen und bei welchen Accounts eine Wiederbestellung anstehen könnte.
B2B-Berichte erstellen
Shopify Analytics unterstützt individuelle Berichte, mit denen sich B2B-Daten unter anderem nach Unternehmen, Standort oder Zahlungsbedingungen auswerten lassen.
Entscheidend ist jedoch nicht nur, möglichst viele Daten zu erfassen. Lege vorab fest, welche Kennzahlen für dein Geschäftsmodell tatsächlich relevant sind.
Zu den häufig genutzten B2B-Kennzahlen gehören:
- Umsatz pro Unternehmen
- durchschnittlicher Bestellwert
- Wiederbestellrate
- Kundenwert
- Deckungsbeitrag
- Bestellhäufigkeit
- Bearbeitungsdauer
- Quote abgebrochener Bestellungen
- durchschnittliche Zahlungsdauer
Überblick und Zusammenfassung
In diesem Schaubild haben wir für dich noch einmal alle wichtigen Funktionen einer B2B-E-Commerce-Plattform zusammengefasst. Nutze sie gerne als Checkliste, um deine Optionen abzuwägen.

So bewertest du B2B-E-Commerce-Funktionen
Nicht jedes Unternehmen benötigt von Anfang an sämtliche verfügbaren Funktionen. Ein kleiner Großhandel mit einem überschaubaren Sortiment hat andere Anforderungen als international tätige Hersteller:innen mit mehreren Lagern und komplexen Vertragskonditionen.
Bevor du dich für eine B2B-E-Commerce-Plattform entscheidest, solltest du deshalb deine aktuellen Prozesse prüfen.
1. Erfasse deine bestehenden Abläufe
Dokumentiere, wie Bestellungen derzeit eingehen und verarbeitet werden.
Berücksichtige dabei unter anderem:
- Bestelleingang
- Preisprüfung
- Freigaben
- Lagerabgleich
- Rechnungsstellung
- Versand
- Kundenservice
- Wiederbestellungen
So erkennst du, an welchen Stellen besonders viel manuelle Arbeit entsteht.
2. Identifiziere häufige Probleme
Sprich mit deinem Vertrieb, Kundenservice, Lager und deiner Buchhaltung. Häufig unterscheiden sich die wahrgenommenen Probleme deutlich.
Typische Schwierigkeiten sind:
- falsche oder veraltete Preise
- unvollständige Bestellungen
- manuelle Datenübertragungen
- fehlende Informationen zu Lagerbeständen
- zeitaufwendige Wiederbestellungen
- uneinheitliche Kundendaten
- nicht nachvollziehbare Freigaben
- verspätete Zahlungen
Die wichtigsten Funktionen ergeben sich häufig direkt aus diesen Problemen.
3. Priorisiere deine Anforderungen
Teile deine Anforderungen in drei Gruppen ein:
- Funktionen, die zum Start zwingend erforderlich sind
- Funktionen, die mittelfristig benötigt werden
- Funktionen, die lediglich eine sinnvolle Ergänzung darstellen
Diese Priorisierung verhindert, dass dein Projekt durch zu viele gleichzeitige Anforderungen unnötig komplex wird.
4. Prüfe bestehende Integrationen
Eine Plattform kann umfangreiche Funktionen bieten und dennoch ungeeignet sein, wenn sie sich nicht zuverlässig mit deinen vorhandenen Systemen verbinden lässt.
Prüfe deshalb frühzeitig:
- welche Daten ausgetauscht werden müssen
- wie häufig eine Synchronisierung erforderlich ist
- welche Standardschnittstellen verfügbar sind
- ob eine individuelle Entwicklung notwendig wird
- wie Fehler bei der Übertragung erkannt werden
- welches System als führende Datenquelle dient
5. Teste die Plattform aus Kundensicht
Eine technische Funktionsliste zeigt nicht automatisch, wie einfach sich ein Shop tatsächlich bedienen lässt.
Teste typische Aufgaben aus Sicht deiner Geschäftskund:innen:
- ein bestimmtes Produkt finden
- mehrere Varianten bestellen
- individuelle Preise prüfen
- eine frühere Bestellung wiederholen
- einen weiteren Unternehmensstandort auswählen
- eine Bestellung auf dem Smartphone abschließen
- den Status einer Bestellung einsehen
Je weniger Unterstützung für diese Aufgaben erforderlich ist, desto besser eignet sich die Plattform für einen skalierbaren Self-Service.
Fazit: Die passenden B2B-E-Commerce-Funktionen reduzieren Komplexität
Ein moderner B2B-Onlineshop sollte die Besonderheiten des Geschäftskundenhandels direkt abbilden. Dazu gehören individuelle Kataloge und Preise, Mengenregeln, Unternehmensaccounts, Zahlungsziele und die Integration bestehender Systeme.
Gleichzeitig sollte der Bestellprozess für deine Kund:innen möglichst einfach bleiben. Eine gute B2B-Plattform verbirgt die technische Komplexität im Hintergrund und bietet nach außen eine übersichtliche, schnelle Nutzererfahrung.
Welche B2B-E-Commerce-Funktionen für dein Unternehmen besonders wichtig sind, hängt von deinem Sortiment, deinen Kundengruppen und deinen internen Abläufen ab. Beginne deshalb mit den Prozessen, die derzeit den größten manuellen Aufwand verursachen oder besonders fehleranfällig sind.




