Die Attraktivität des E-Commerce liegt darin, dass du Kund:innen weltweit erreichen kannst, unabhängig davon, wie weit sie vom Hauptsitz deines Unternehmens ansässig sind. Lenke sie zu deinem Online-Shop, nimm ihre Zahlungen entgegen und versende ihre Bestellungen. Generiere Einkünfte und durchlaufe den Prozess nachhaltig.
Ganz so einfach läuft sieht die Realität jedoch nicht aus.
Internationale Käufer:innen scheitern oft schon am ersten Hindernis: Besucher:innen landen auf einer allgemein gehaltenen Website mit einer .com-Domain, Preisen in US-Dollar und ausschließlich englischsprachigen Inhalten. Die Seite ist nicht auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Da die meisten Menschen bevorzugt in ihrer eigenen Sprache und Währung einkaufen, verlassen viele internationale Käufer:innen Websites und suchen nach einer Marke, die ihnen personalisierte Einkaufsmöglichkeiten bietet.
Die Lokalisierung deiner E-Commerce-Website verhindert, dass dir genau dies in deinem Online-Shop passiert. Du personalisierst automatisch die Währung, die Domain, die Produktpreise und die angezeigten Bilder auf deiner E-Commerce-Website, je nach Standort aller Besucher:innen.
Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du das machst.
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Table of contents
- Was bedeutet E-Commerce-Lokalisierung?
- Was sind die Vorteile der E-Commerce-Lokalisierung?
- Wie erstelle ich eine Strategie für die E-Commerce-Lokalisierung?
- Best Practices für die E-Commerce-Lokalisierung
- Wie lokalisiere ich meine E-Commerce-Website mit Shopify?
- E-Commerce-Lokalisierung – Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet E-Commerce-Lokalisierung?
E-Commerce-Lokalisierung beschreibt den Prozess, bestehende Inhalte eines Online-Shops für einen anderen Markt zu personalisieren.
Eine in den USA ansässige Direktvertriebsmarke, die nach Mexiko expandiert, müsste eine lokalisierte Version ihrer Website erstellen – mit spanischen Inhalten und Bildern von mexikanischen Verbraucher:innen sowie der Akzeptanz beliebter Zahlungsmethoden in dieser Region.
Petal & Pup ist ein australischer Modehändler, der Kund:innen in Neuseeland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kanada lokalisiert hat. Sie haben ihren E-Commerce-Shop und die Inhalte der Website so angepasst, dass sie direkt alle Kund:innen in jeder Region ansprechen können. Internationale Verkäufe machen jetzt 20 % des Gesamtumsatzes (Link auf Englisch) der australischen Modemarke aus.

Was sind die Vorteile der E-Commerce-Lokalisierung?
Anstatt eines einheitlichen Shops, bietet die Lokalisierung deiner E-Commerce-Website den Online-Händler:innen folgende Vorteile:
- Marktanteil und Wettbewerbsvorteil steigern: Gewinne Kund:innen deiner Wettbewerber:innen und steigere deinen Marktanteil – eine Strategie, die sich über die Zeit auszahlt. Je mehr Menschen deine Produkte kennen, desto geringer werden die Kosten für die Gewinnung neuer Kund:innen, da Empfehlungen und Mundpropaganda den Prozess unterstützen.
- Den globalen Markt erschließen: Nutze einen Teil der 8 Billionen $, die Online-Käufer:innen bis 2028 jährlich ausgeben werden.
- Internationale Sichtbarkeit in Suchmaschinen aufbauen: Suchmaschinen wie Google haben ein Ziel: die besten Ergebnisse für die Suchanfrage von Nutzer:innen anzuzeigen. Sprache, Währung und Relevanz der Inhalte spielen dabei eine Rolle und all dies wird auf einer lokalisierten Website personalisiert.
- Weniger Warenkorbabbrüche: Die meisten Menschen brechen Online-Warenkörbe ab, weil die Gesamtkosten erst spät im Checkout sichtbar werden oder weil der Bestellprozess zu komplex und zeitaufwendig ist. Dynamische Preisgestaltung ist Teil einer Lokalisierungsstrategie: Kund:innen sehen den Preis, den sie in ihrer eigenen Währung im Voraus zahlen werden, was die Wahrscheinlichkeit verringert, dass sie einen Online-Kauf an der Kasse abbrechen.
- Schnellere Lieferung für Kund:innen: Moderne Verbraucher:innen erwarten eine kostenlose und schnelle Lieferung. Ein wichtiger Teil der Lokalisierung ist die regionale Verwaltung des Inventars, damit Produkte schnell vom Lager zu den Kund:innen gelangen, auch wenn diese tausende Kilometer vom Hauptsitz entfernt sind.
- Einfache Personalisierung: Personalisierte E-Commerce-Websites können die Conversion Rate um 15 bis 30 % steigern, da Inhalte, Angebote und Nutzererlebnisse stärker auf die individuellen Bedürfnisse der Kund:innen zugeschnitten sind. Dadurch steigt die Relevanz der Website und die Wahrscheinlichkeit eines Kaufabschlusses deutlich.
- Conversion Rate verbessern: „Die E-Commerce-Lokalisierung hat unser Engagement und den Traffic auf unserer Website erheblich gesteigert, was wiederum unsere Gewinne erhöht hat“, sagt George Pitchkhadze, CMO bei Keyzar Jewelry. „Wir stellen zudem fest, dass wir eine viel größere Reichweite innerhalb unseres Zielmarktes bzw. Kundenstamms haben.“
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Lade deine Kopie herunterWie erstelle ich eine Strategie für die E-Commerce-Lokalisierung?
1. Beginne mit der Marktforschung
Es fließt viel Zeit und Aufwand in die Lokalisierung deines E-Commerce-Shops für einen neuen Markt. Prüfe daher, ob sich dieser Schritt lohnt und ob die neue Region langfristig eine profitable Umsatzquelle für dein Unternehmen sein kann.
Und so gehst du vor:
- Website-Analysen: Nutze Google Analytics-Segmente, um die Aktivitäten auf der Website nach Region oder Standort zu unterteilen. Wenn du entdeckst, dass Käufer:innen in Mexiko 45 % besser konvertieren als Käufer:innen in Brasilien, macht es Sinn, die Lokalisierung für Mexiko zu priorisieren. Dies ist der einfachste Weg für deine Expansion.
- Kundenfeedback: Bitte dein Verkaufsteam, zu dokumentieren, aus welchen Ländern Kund:innen häufig nach Versandmöglichkeiten fragen. Ein hohes Volumen an Anfragen für z. B. Lieferungen nach Italien ist ein klares Signal dafür, dass dieses Land auf deine Lokalisierungsliste gehört.
- Marktplatzverkäufe: Marktplätze wie Amazon und eBay gelten oft als Gegenspieler von Direct-to-Consumer-Marken (DTC), bieten jedoch bereits globale Kundenbasen und bestehende Logistikstrukturen, die den internationalen Verkauf erleichtern. Teste den Markt, indem du dort verkaufst, und beobachte, aus welchen Ländern das größte Interesse für deine Produkte kommt.
Einige der mächtigsten Marken der Welt sind bei der internationalen Expansion gescheitert, weil sie nicht ausreichend recherchiert haben. Die internationale Expansion von Starbucks in Australien umfasste 84 Filialen, von denen 61 wieder geschlossen wurden. Dabei gingen rund 700 Arbeitsplätze verloren, ein Verlust, der durch umfassende Marktforschung und Lokalisierung hätte vermieden werden können.
2. Wähle die richtige Domainstruktur
Die .com-Version einer Website ist die Standard-Domainendung für globale Unternehmen. Von weltweit rund 392,5 Millionen registrierten Domains entfallen etwa 163,6 Millionen auf die Endung .com, die damit die mit Abstand meistgenutzte Domainendung weltweit ist. Internationale Käufer:innen vertrauen E-Commerce-Marken eher, wenn sie eine länderspezifische Top-Level-Domain nutzen. Zeige deine Präsenz in verschiedenen Ländern durch regionale Domainstrukturen, zum Beispiel:
- Unterordner (brand.com/es-mx)
- Subdomains (mx.brand.com)
- Länderspezifische Top-Level-Domains (brand.com.mx)
Das Modeunternehmen High Fidelity hat dies bei der Planung seiner Launch-Strategie für die USA berücksichtigt. Marketing Manager Anthony Atkins erklärt, dass die Entscheidung für die .us-Länderdomain die Conversion verbessert hat, da Besucher:innen die Adresse als lokal wahrnehmen und dadurch mehr Vertrauen entsteht. Zudem können sie Transaktionen in ihrer eigenen Region, Sprache und Währung einfacher abschließen.

3. Lokalisierung von Währungen und Zahlungsmethoden
Menschen möchten in ihrer lokalen Währung bezahlen, da ihnen diese am vertrautesten ist.
Josh Palmer hat dies am eigenen Leib erfahren mit Language Posters, einer DTC-Marke, die eingerahmte Poster in acht verschiedenen Sprachen verkauft. Der Shop verschickt eine hohe Anzahl an Bestellungen an Kund:innen außerhalb der USA. Josh schätzt, dass die Produkte des Unternehmens bisher in über 50 Länder weltweit versendet wurden.

Josh nutzte seine Kenntnisse in Webentwicklung und mit Hilfe von Shopify, um seine Seite zu lokalisieren. Konkret integrierte er eine Auswahloption für die Währung in die Kopfzeile, die Nutzer:innen über einen URL-Parameter wie ?currency=USD zur entsprechenden Währung weiterleitet. Zusätzlich implementierte er JavaScript, das das Land der Nutzer:innen erkennt und automatisch die passende Währung auswählt.
„Natürlich können Kund:innen die Währung weiterhin manuell ändern“, erklärt Josh. „Mittlerweile erfolgt wahrscheinlich mindestens die Hälfte meiner Transaktionen in Fremdwährungen.“
Nicht nur die Währungen unterscheiden sich je nach Herkunftsland der Kund:innen, sondern auch die bevorzugten Zahlungsmethoden.
Digitale Zahlungssysteme (wie Shop Pay und Apple Pay) dominieren in China und Westeuropa. Kund:innen in Indien und Osteuropa hingegen bevorzugen die Zahlung bei Lieferung der Bestellung. In den Niederlanden werden fast 7 von 10 Transaktionen mit einer inländischen Zahlungsmethode namens iDEAL abgewickelt.
💡 Tipp: Biete lokalisierte Währungen und Zahlungsoptionen für dein E-Commerce-Geschäft mit Managed Markets an. Konvertiere die Preise in deinem Shop automatisch in über 130 internationale Währungen basierend auf aktuellen Wechselkursen. So vermeidest du Unsicherheiten bei der Währungsumrechnung und stellst sicher, dass weder du noch deine Kund:innen Kaufabschlüsse verlieren.
4. Produktpreise pro Markt anpassen
Der internationale Verkauf bringt zusätzliche Kosten mit sich. Dazu gehören unter anderem Einfuhrzölle und Versand über Ländergrenzen hinweg. Passe daher deine Preise für jede Region an, um stabile Gewinnmargen sicherzustellen. Das Letzte, was du tun solltest, ist Zeit in internationales Wachstum zu investieren, wenn du dabei geringere Gewinne erzielst als in deiner bestehenden Region.
Überprüfe außerdem, ob bei Kund:innen, die Wiederholungskäufe tätigen, Vereinbarungen bestehen, die die Einzelhandelspreise in ausländischen Märkten einschränken. Beispielsweise können europäische Lieferant:innen den Rabatt begrenzen, den ihre Vertriebspartner:innen beim Markteintritt in denselben Markt gewähren dürfen. Stelle also sicher, dass dich Vorgaben in Verträgen mit Vertriebspartner:innen oder Lieferant:innen bei Wiederholungskäufen nicht einschränken.
Moonglow zeigt auf jeder lokalisierten Version ihrer Website unterschiedliche Preise an, die jeweils der lokalen Währung der Käufer:innen entsprechen. Dadurch werden zwei zentrale Kaufbarrieren reduziert, während gleichzeitig die Gewinnmargen erhalten bleiben.

Wenn du weißt, dass Bestellungen nach Brasilien teurer sind als Inlandslieferungen in den USA, berücksichtige diese höheren Versandkosten in deinen Gewinnmargen und passe die Produktpreise für diesen Markt entsprechend an.
5. Sprache übersetzen und Inhalte lokalisieren
Menschen können nicht auf Websites einkaufen, deren Inhalte sie nicht verstehen. Auch wenn Online-Käufer:innen die im Shop verwendete Sprache einigermaßen gut beherrschen, stellt die Übersetzung eine zusätzliche Hürde dar, die sie vor dem Kauf in deinem Online-Shop überwinden müssen.
Paul Valentine nutzt beispielsweise dieses Overlay für Käufer:innen mit einer deutschen IP-Adresse, die seine .com-Domain besuchen:

Internationale Käufer:innen werden zur lokalisierten Version der Website umgeleitet, wo die Inhalte in deutscher Sprache neu geladen werden:

“Die internationale Expansion ist für europäische Marken sehr wichtig, bringt jedoch auch viele Herausforderungen mit sich. Wir wissen, dass eine entkoppelte Commerce-Architektur die richtige Lösung für Paul Valentine ist, um das Wachstum der Marke zu beschleunigen, die Lokalisierung zu verbessern und weiterhin international zu expandieren.”
Paul Franzreb, Mitbegründer und CEO, Paul Valentine
Eine wichtige Klarstellung: Sprachlokalisierung bedeutet nicht, Texte Wort für Wort zu übersetzen. Satzstruktur, Syntax und Grammatik unterscheiden sich je nach Sprache. Während im Englischen beispielsweise „red shoes“ gesagt wird, entspricht die direkte Übersetzung im Spanischen eher „Schuhe rot“. Die Wortreihenfolge ist demnach eine andere.
6. Lokalen Kund:innenservice einrichten
Bei der Lokalisierung solltest du in jedem neuen Markt aktiv Kundenbewertungen sammeln. Im Gegensatz zu einfachen Übersetzungen aus deiner Ausgangssprache spiegeln lokalisierte Bewertungen die natürliche Ausdrucksweise, den Dialekt und die Sprache der Kund:innen in der jeweiligen Region wider.
“Die Anzahl der Produktbewertungen, die von deinen Kund:innen in ihrer Landessprache veröffentlicht werden, kann auch dazu beitragen, das Vertrauen der Käufer:innen in die Produkte deiner Website zu stärken.”
Dan Lee, Marketingleiter, Sealions
Egal wie sehr du dich bemühst: Kund:innen benötigen sowohl vor als auch nach dem Kauf deine Unterstützung online. Stelle also sicher, dass diese Unterstützung mit einem lokalisierten Kundenservice leicht zugänglich ist – eine Strategie, die langfristige Rentabilität bei der Expansion in internationale Märkte fördern kann.
„Du denkst vielleicht, dass deine Produkte selbsterklärend sind. Für Personen, deren Sprache nicht mit deiner übereinstimmt, ist das jedoch oft nicht der Fall. Deshalb haben wir unseren Kundenservice mehrsprachig gestaltet, um die Lokalisierung zu unterstützen”, sagt Yupi Alpert, Gründer und CEO von Noémie. „Wir haben verstanden, dass die verschiedenen Märkte, die wir ansprechen, unterschiedliche Bedürfnisse haben, die über bestimmte Artikelpräferenzen oder Zahlungsmethoden hinausgehen.“
Kundenservice-Tools wie Zendesk und Gorgias bieten mehrsprachige Unterstützung. Nutze diese Automatisierungstools, um deinen lokalisierten Kundenservice zu skalieren und zu automatisieren, damit du mehr Zeit damit verbringen kannst, neue Kund:innen zu erreichen.
7. Logistik und Verteilung des Inventars optimieren
Niemand mag es, unerwartete Rechnungen zu erhalten. Verhindere, dass internationale Käufer:innen mit zusätzlichen Kosten überrascht werden, indem du alle Gebühren für internationale Lieferungen klar und transparent ausweist. Beispiele sind:
- Versandkosten
- Zölle, Einfuhr- und Ausfuhrsteuern
- Steuerpflichten (z. B. unterliegen europäische Verbraucher:innen der Mehrwertsteuer (MwSt.) auf Artikel, die sie über deinen Online-Shop kaufen.)
Wenn diese zusätzlichen Kosten nicht im Voraus offengelegt werden, führt das mitunter dazu, dass fast die Hälfte der Online-Käufer:innen ihren Warenkorb verlässt. Es ist einer der größten Abbruchgründe, mit denen Kund:innen beim Kauf aus dem Ausland – selbst über lokalisierte Websites – konfrontiert werden. Behebe dieses Problem, indem du zusätzliche Kosten bereits in deine Produktpreise einrechnest. Wenn du weißt, dass die tatsächlichen Gesamtkosten deines Produkts mit einem UVP von 60 € bei 50 € liegen, erhöhe den Verkaufspreis entsprechend, um deine Gewinnmarge zu sichern und internationale Käufer:innen nicht erst an der Kasse mit zusätzlichen Kosten zu konfrontieren.
Es ist eine bekannte Strategie zur Preisbündelung, die häufig im E-Commerce-Versand verwendet wird: Kund:innen würden lieber mehr ausgeben, als für den Versand zu bezahlen.
Verteile dein Inventar auf Lagerhäuser, die deinen Kund:innen am nächsten sind, oder kooperiere mit einem Drittanbieter-Logistikunternehmen (3PL) mit internationalen Lagern.
Doe Lashes, eine DTC-Marke, die von einem 500 $-Startkapital zu einem millionenschweren Unternehmen gewachsen ist, hat diesen Lokalisierungsansatz bei der Expansion in neue Regionen konsequent umgesetzt. Ihr CEO und Gründer, Jason Wong, sagt: „Wir schauen uns an, wo unsere Kund:innen ihre Bestellungen aufgeben. Das Inventar lagern wir dann in der Nähe dieser Städte, um die Versandstrecken zu reduzieren.“
„Wir lagern inzwischen auch Waren außerhalb des Landes für unsere internationalen Kund:innen, um sie schneller zu erreichen. So haben wir beispielsweise ein Lager in China, das uns hilft, Australien und die gesamte Region Südostasien schneller zu beliefern.“
8. Lokalisierte Erfahrungen automatisieren
Es ist zwar schön, eine lokalisierte Version deines Online-Shops zu haben. Wenn aber internationale Kund:innen nicht wissen, dass eine solche Version existiert, werden Käufer:innen, die sonst bereit wären, ein Produkt bei dir zu kaufen, durch unbekannte Sprachen oder Währungen abgeschreckt.
Geolocation-Apps von Shopify sorgen dafür, dass Kund:innen basierend auf ihrer IP-Adresse, ihrem Standort und ihren Browser-Präferenzen zur richtigen Benutzererfahrung geleitet werden. Sie wird von Websites wie Fashion Nova verwendet, um internationale Käufer:innen, die die .com-Domain des Unternehmens besuchen, zu einer lokalisierten Subdomain umzuleiten.

9. Den Prozess testen
„Sobald du deine Website lokalisiert hast, ist es wichtig, sie zu testen, um sicherzustellen, dass alles ordnungsgemäß funktioniert“, sagt Austin Dowsy, CEO von Aimvein. „Das umfasst die Kontrolle defekter Links, Rechtschreibfehler sowie falsche Übersetzungen.“
Für noch gründlichere Tests solltest du in der neuen Region eine Testbestellung über die lokalisierte Version deiner Website durchführen lassen. Behebe dabei alle Fehler, die die Kundenerfahrung beeinträchtigen könnten, wie falsch übersetzte Bestellbestätigungen per E-Mail oder fehlende Zahlungsmethoden, die im lokalen Markt bevorzugt werden. So kannst du offensichtliche Probleme beseitigen, bevor potenzielle Kund:innen dadurch abgeschreckt werden.
Führe schließlich A/B-Tests durch, um die besten konvertierenden Elemente auf deinen lokalisierten Seiten mit Tools wie Shogun zu finden. Best Practices, die bei englischsprachigen Käufer:innen funktionieren, sind möglicherweise nicht die gleichen wie für deutschsprachige Käufer:innen.
Best Practices für die E-Commerce-Lokalisierung
Sei konsistent mit dem Branding über lokalisierte Seiten hinweg
Lokalisierte Versionen deiner Website sollten deutlich machen, dass sie auch von deiner Marke betrieben werden.
Menschen vertrauen Marken, die ihnen bekannt sind. Daher kann es für internationale Käufer:innen verwirrend sein, wenn du wesentliche Änderungen an deinem Logo, den Markenfarben oder der Botschaft vornimmst. Du möchtest niemals, dass sie sich fragen: „Gehört diese Website wirklich zu der Marke, der ich vertraue? Oder handelt es sich um einen Betrug von einem Unternehmen, das die Produkte nur kopiert, mein Geld nimmt und verschwindet?“
Stimme dich mit deinem Markenstil ab und stelle sicher, dass Logo, Markenbotschaft und Markenidentität auf allen Subdomains klar erkennbar sind. Die englische und französische Version der Huel-Website zeigt beispielsweise deutlich, dass beide Seiten zur gleichen Marke gehören. Kund:innen, die das minimalistische Branding schätzen, finden dieselben Elemente auf jeder lokalisierten Seite wieder.


Führe eine Keyword-Recherche durch, um lokale Suchbegriffe zu identifizieren
Egal, wohin du expandierst, deine Zielgruppe nutzt Suchmaschinen, um neue Produkte zu entdecken. Während Google in den USA und Europa die erste Wahl ist, wird Baidu in China als Suchmaschine bevorzugt verwendet.

Shopify Markets kümmert sich um die SEO-Infrastruktur, die benötigt wird, um Käufer:innen in jeder Zielregion zu erreichen. Chinesische Käufer:innen sehen brand.cn in den Suchergebnissen über ihre bevorzugte Suchmaschine, während US-Käufer:innen die .com-Version derselben Seite erhalten.
Ein wichtiger Punkt ist, dass sich Suchbegriffe je nach Land unterscheiden. Europäische Käufer:innen suchen eher nach „Trainern“, während amerikanische Nutzer:innen den Begriff „Sneakers“ verwenden. Passe daher Seiteninhalte, Meta-Tags und Bild-Alt-Texte an diese regionalen Unterschiede an, um besser gefunden zu werden.
Berücksichtige kulturelle Unterschiede
Menschen in jedem Land weisen kulturelle Unterschiede auf, die ihre Einkaufsgewohnheiten und ihr Einkaufserlebnis beeinflussen. Beispiele sind:
- Größen: Eine Damenschuhgröße 6 im Vereinigten Königreich entspricht Größe 8 in den USA und Größe 37 in Deutschland.
- Sprachen: Die arabische Sprache wird von rechts nach links gelesen, während Englisch oder Deutsch von links nach rechts gelesen wird.
- Farben: Lila symbolisiert Reichtum im Nahen Osten, wird jedoch in Lateinamerika mit Trauer assoziiert.
- Adressen: Straßen in Japan haben keine Namen, im Gegensatz zu den meisten westlichen Ländern.
Kulturelle Unterschiede können groß sein – und viele davon sind für Menschen, die nicht in der Region leben, nicht offensichtlich. Nimm Simba als Beispiel: Die Marke hat erkannt, dass Menschen in Deutschland im Gegensatz zu den meisten westlichen Ländern in Einzelbetten schlafen. Die Marke hat die Produktbilder in ihrem lokalisierten E-Commerce-Shop daher aktualisiert.

Berücksichtige diese kulturellen Unterschiede, indem du deinen Zielmarkt genau recherchierst. Je mehr Daten du über deine potenziellen Kund:innen und deren Gewohnheiten hast, desto besser kannst du die lokalisierte Version deiner Seite einrichten.
Nutze einen internationalen Feiertagskalender
Wenn du expandierst, berücksichtige auch internationale Feiertage, die Kund:innen in deinem Zielmarkt feiern und die das Kaufverhalten beeinflussen können. Ein internationaler Marketingkalender mit wichtigen Terminen für saisonale Geschäfte hilft dir dabei, deinen lokalisierten Shop optimal zu positionieren und von erhöhten Kaufanlässen zu profitieren.
„Du kannst von lokalen Feiertagen und saisonalen Umsatzchancen profitieren, wie dem Singles Day in China, Diwali in Indien, Ramadan im Nahen Osten sowie Black Friday und Cyber Monday“, sagt Jack Klauber, Gründer und CEO von Everyday Dose.
Setzen wir das in die Praxis um und sagen, du bist ein deutsches Unternehmen mit einer lokalisierten Website für italienische Käufer:innen. Füge die folgenden Daten zu deinem Kalender hinzu und führe Social-Media-Marketingkampagnen rund um das Jahr, um geschäftlich von den Festlichkeiten zu profitieren:
- Heilige Drei Könige: 6. Januar
- Tag der Befreiung (Festa della Liberazione): 25. April
- Ferragosto: 15. August (bleibt so, kein deutscher Zusatz nötig)
- Allerheiligen: 1. November
Wie lokalisiere ich meine E-Commerce-Website mit Shopify?
Vereinfache deinen internationalen Handel mit Managed Markets, einem Management-Tool, das dir hilft, deinen E-Commerce-Shop von einem einzigen Dashboard aus zu lokalisieren.
Du kannst:
- Produktpreise in mehr als 130 globalen Währungen anzeigen
- Subdomains und Unterordner verwalten, ohne die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen zu schwächen
- Deine Website mit Drittanbieter-Übersetzungs-Apps übersetzen
- Alternative Zahlungsmethoden akzeptieren, die in deinen Zielmärkten beliebt sind
- Zölle und Einfuhrsteuern direkt beim Checkout erheben
„Wir haben eine Einladung erhalten, Shopify Markets auszuprobieren, und haben die Gelegenheit sofort ergriffen“, sagt Ewa Sandhu, Geschäftsführerin von Catwalk Wholesale. Seit der Nutzung der Suite mit verschiedenen Tools für die Lokalisierung und Managed Markets zur Personalisierung der Einkaufserlebnisse für internationale Käufer:innen hat die Marke die Sitzungen verdoppelt, was wiederum unsere Conversion Rate verbessert hat“, erklärt Ewa.
E-Commerce-Lokalisierung – Häufig gestellte Fragen
Was ist E-Commerce-Lokalisierung?
E-Commerce-Lokalisierung ist der Prozess, bei dem ein Online-Shop in eine neue Sprache und Kultur übersetzt wird. Sie stellt sicher, dass ein Shop auf die Kund:innen in einer bestimmten Region zugeschnitten ist.
Was ist ein Beispiel für Lokalisierung?
Ein Beispiel für Lokalisierung im E-Commerce ist die Anpassung eines ursprünglich für den US-Markt erstellten englischsprachigen Shops an den französischen Markt in Frankreich, inklusive Übersetzung ins Französische sowie lokaler Anpassungen. Um zu lokalisieren, recherchiert der Shop, wie französische Kund:innen auf bestimmte Produkte und Dienstleistungen verweisen, um besser ihre Erwartungen und Sprachpräferenzen zu erfüllen.
Warum sollte ein E-Commerce-Shop die Lokalisierung in Betracht ziehen?
E-Commerce-Shops sollten die Lokalisierung ihrer Seiten aus mehreren Gründen in Betracht ziehen: Lokalisierung hilft Händler:innen in neue Märkte zu wachsen, personalisierte Erlebnisse zu schaffen und Probleme im Kundenservice zu reduzieren, indem sie Inhalte klarer und relevanter für lokale Zielgruppen präsentieren.




