Es ist kein Geheimnis, dass Menschen ihre Haustiere lieben. In Deutschland leben in rund 47 % aller Haushalte Haustiere, die als vollwertige Familienmitglieder gelten. Und obwohl viele dieser Tiere am liebsten nie von ihren Menschen getrennt wären, haben die meisten Jobs, Reisen und soziale Verpflichtungen, die sie von ihren pelzigen Freunden wegführen.
Hier kommen Tiersitter:innen ins Spiel.
Die Zahl der Tierbetreuungsunternehmen und die gesamte Heimtierbranche sind in den vergangenen Jahren explodiert – und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. In Deutschland liegt laut der Heimtierstudie der Uni Göttingen der Umsatz bei mindestens 100 bis 150 Millionen € pro Jahr, und kann sogar höher sein.
Wenn du mit dem Gedanken spielst, einen Tierbetreuungsservice zu starten, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Egal, ob du einen Gassi-Service anbieten oder bei Tierbesitzer:innen zu Hause übernachten möchtest – hier erfährst du, wie Tierbetreuungsdienste funktionieren und wie du dein eigenes Unternehmen gründest.
Was ist ein Tierbetreuungsunternehmen?
Ein Tierbetreuungsunternehmen bietet Tierpflegedienste an, in der Regel im eigenen Zuhause der Kund:innen. Es unterscheidet sich von Hundetagesstätten oder Tierpensionen, bei denen das Tier in einer speziellen Einrichtung von einem größeren Team betreut wird. Die meisten Haustiere gedeihen am besten in ihrer gewohnten Routine. Daher kann die Betreuung im eigenen Zuhause eine stabilere Erfahrung für die Tiere schaffen, da sie an dem Ort bleiben können, der ihnen am vertrautesten ist.
Zu den typischen Aufgaben von Tiersitter:innen gehören: Tiere füttern, nach ihnen aufräumen (z. B. Katzenklos reinigen), Medikamente verabreichen, für ausreichend Bewegung sorgen, Gassi gehen und mit ihnen spielen, während die Besitzer:innen abwesend sind. Katzen und Hunde sind die häufigsten Tierbetreuungskund:innen, aber du kannst deine Dienste auch an Menschen vermarkten, die Betreuung für ihre Vögel, Fische, Kaninchen, Meerschweinchen oder verschiedene Reptilien oder Amphibien benötigen.
Die Länge der Tierbetreuungsbesuche variiert je nach den Bedürfnissen der Tiere und der Abwesenheitsdauer der Kund:innen. Du könntest etwa tägliche Kurzbesuche oder Spaziergänge buchen, während die Kund:innen bei der Arbeit sind, oder längere Übernachtungsaufenthalte, während sie im Urlaub sind.
Wie viel kostet es, ein Tierbetreuungsunternehmen zu gründen?
Tierbetreuung ist eine großartige Möglichkeit, ein Unternehmen mit kleinem Budget zu gründen. Du kannst dein Mikrounternehmen für weniger als 500 € zum Laufen bringen, mit einer Handvoll laufender Betriebskosten, die du durch den Verkauf deiner Dienstleistungen decken kannst.
Aufschlüsselung der Gründungskosten
Gründungskosten für Tiersitter:innen umfassen:
- Erlaubnis nach § 11 TierSchG. Um in Deutschland mit Tieren zu arbeiten, ist eine Erlaubnis nötig. Je nach Bundesland variiert die Erlaubnis, also informiere dich genau beim örtlichen Veterinäramt. Dort erhältst du auch die nötigen Informationen zum Sachkundenachweis, den du außerdem für deine Tätigkeit benötigst.
- Gewerbeanmeldung. Als Einzelunternehmer:in fallen in Deutschland Anmeldegebühren zwischen 20 € und 60 € an.
- Grundausstattung. Leinen, Kotbeutel und Spielzeug – es ist hilfreich, ein Basis-Toolkit zu haben, falls Kund:innen ihre Sachen nicht verleihen möchten oder ihr Vorrat während deiner Arbeit ausgeht. Besuche einen günstigen Tierfachhandel, um dich mit dem Nötigsten einzudecken.
- Betriebshaftpflichtversicherung. Diese deckt dich im Falle eines Unfalls ab. Die Kosten liegen zwischen 100 € und 300 € pro Jahr, abhängig von der Größe deines Unternehmens und dem erforderlichen Versicherungsumfang.
Laufende Betriebskosten
Sobald dein Tierbetreuungsunternehmen läuft, gibt es einige laufende Ausgaben, die du beachten solltest:
- Website-Einrichtung. Erstelle eine einfache Website ab 27 € pro Monat (bei jährlicher Zahlung) mit Shopify, die Website-Hosting, ein SSL-Zertifikat und vorgefertigte Templates umfasst. Füge eine eigene Domain ab nur 14 $ (ca. 12,26 €) pro Jahr hinzu.
- Marketing. Ob Social-Media-Werbung oder das Drucken von Visitenkarten – lege etwas Geld zur Seite, um deine Dienstleistungen zu bewerben. Kleine Unternehmen geben im Durchschnitt zwischen 7 % und 10 % ihres Jahresumsatzes für Marketing aus.
- Software. Dazu gehören Website-Hosting, Terminplanungs-Apps oder Buchhaltungssoftware. Achte auf Einführungsrabatte – viele Plattformen bieten erhebliche Rabatte für Neukund:innen oder bei Vorauszahlung für das erste Jahr.
- Reisekosten. Wie viel du für Transport, Kraftstoff und Fahrzeugversicherung ausgibst, hängt davon ab, wie weit du fährst. Kalkuliere dies in deine Servicegebühr ein, um sicherzustellen, dass du nicht schon Geld verlierst, bevor du überhaupt eine Schicht begonnen hast.
- Weiterbildung. Von Erste-Hilfe-Schulungen für Haustiere bis zu professionellen Mitgliedschaften – lege ein Budget fest, wie viel du für Schulung und Entwicklung ausgeben möchtest.
Wie du in 6 Schritten ein Tierbetreuungsunternehmen gründest
Professionelle:r Tiersitter:in zu werden umfasst viele der gleichen Schritte wie die Gründung jedes anderen Kleinunternehmens. Dazu gehören die Wahl eines Firmennamens, die Durchführung von Marktforschung über potenzielle Kund:innen, die Auswahl der richtigen Unternehmensstruktur, die Beschaffung relevanter Gewerbescheine oder Genehmigungen und das Setzen langfristiger Ziele. Hier ist ein Überblick über das, was dich erwartet.
1. Planung und Vorbereitung
Bevor du dein Tierbetreuungsunternehmen offiziell anmeldest, ist es sinnvoll, bestehende Tierpflegedienste in deiner Gegend zu recherchieren. Mit einem besseren Verständnis deiner lokalen Konkurrenz kannst du deine eigene Nische finden.
Überlege dir, welche Art von Tierbesitzer:innen du ansprechen möchtest. Vielleicht möchtest du dich speziell auf Hunde konzentrieren, sei es durch die Gründung eines Hundesitting-Services, einer Hundepension, eines Gassi-Services oder eines All-in-One-Angebots. Alternativ könntest du dich auf exotische Haustiere konzentrieren, wenn du diesen Markt in deiner Gegend als unterversorgt empfindest.
Kompetenzanalyse für Tiersitter:innen
Indem du weißt, worin du gut bist (und worin nicht), kannst du ein Tierbetreuungsunternehmen aufbauen, das deine Stärken ausspielt.
Wenn du etwa gut darin bist, unter Druck ruhig zu bleiben, könntest du dich auf die Betreuung ängstlicher Hunde spezialisieren. Wenn du Erfahrung mit der Verabreichung von Medikamenten an deine eigenen Haustiere hast, biete einen Service für ältere Tiere oder solche mit besonderen Bedürfnissen an.
Marktforschungsstrategien
Marktforschungsstrategien für Startups, die Licht auf dein neues Geschäftsvorhaben werfen, umfassen:
- Befragung potenzieller Kund:innen. Bitte lokale Tierbesitzer:innen, die Gründe zu teilen, warum sie eine:n Tiersitter:in engagieren würden, wie viel sie für den Service bezahlen würden und welche Herausforderungen sie in der Vergangenheit bei der Suche nach einer/einem Sitter:in hatten.
- Gespräche mit deiner Konkurrenz. Viele lokale Tiergeschäfte haben schwarze Bretter, an denen Tiersitter:innen ihre Dienste bewerben. Eine Websuche könnte auch deine lokale Konkurrenz aufdecken. Nimm Kontakt auf und vernetze dich mit ihnen.
- Social Listening. Durchsuche Facebook-Community-Gruppen, um herauszufinden, wer nach Tierbetreuungsdiensten sucht und was sie über bestehende Anbieter:innen in deiner Gegend sagen.
Eine SWOT-Analyse betrachtet deine Stärken, Schwächen, Chancen und Bedrohungen als neues Unternehmen. Nutze das Framework, um deine Marktforschung zu organisieren und einen Businessplan zu erstellen, um aus deinen Erkenntnissen Kapital zu schlagen.
2. Wähle eine Rechtsform für dein Unternehmen
Wenn du bereit bist, dein Tierbetreuungsunternehmen rechtlich zu gründen, wähle eine Rechtsform:
- Einzelunternehmen. Bei dieser Option gilt ein Unternehmen als rechtliche Erweiterung der Eigentümer:innen. Das bedeutet, dass dein Geschäftsvermögen mit deinem Privatvermögen identisch ist, was nicht ideal ist, falls dein Unternehmen jemals verklagt werden sollte oder du Geschäftsschulden aufnimmst.
- Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Diese bietet einen entscheidenden Vorteil, den das Einzelunternehmen nicht hat: die Trennung von Privat- und Geschäftsvermögen. Du benötigst ein Geschäftskonto, das Privat- und Geschäftsvermögen getrennt hält. Du bist auch für die Buchhaltung und die Jahresabschlüsse beim Finanzamt verantwortlich.
- Kapitalgesellschaft. Eine Kapitalgesellschaft ist eine Unternehmensstruktur, die einer Gruppe von Aktionär:innen gehört. Das Bargeld und die Vermögenswerte einer Kapitalgesellschaft sind von denen ihrer Aktionär:innen getrennt, genau wie bei einer GmbH. Sie begrenzen auch die persönliche rechtliche Haftung ihrer Aktionär:innen im Falle einer Klage oder Insolvenz und haben unterschiedliche Steuervorschriften.
💡 Hinweis: Möglicherweise musst du einen Handelsnamen anmelden, wenn du unter einem anderen Namen als dem bei der rechtlichen Einheit deines Tierbetreuungsunternehmens registrierten Namen tätig bist.
3. Besorge Versicherungen und Lizenzen
Sobald du dein Unternehmen gegründet hast, prüfe, ob du einen Gewerbeschein oder eine Umsatzsteuerbescheinigung benötigst, um in deinem Bundesland oder deiner Gemeinde tätig zu sein. Möglicherweise musst du auch eine Versicherung abschließen, um dich und deine Kund:innen zu schützen.
- Betriebshaftpflichtversicherung (ca. 10–20 € pro Monat). Für dich die wichtigste Police. Sie deckt Personen- und Sachschäden ab, die während deiner Tätigkeit entstehen. Etwa wenn ein betreuter Hund ausbüxt oder du in der Wohnung deiner Kundschaft etwas beschädigst. Achte darauf, dass Schäden am betreuten Tier ausdrücklich mitversichert sind, also auch Tierarztkosten, denn das ist nicht in jedem Tarif enthalten.
- Schlüsselverlust (meist als Baustein enthalten). Du bekommst Wohnungsschlüssel ausgehändigt, und der Austausch einer Schließanlage kann schnell vierstellig werden. Prüfe, ob deine Betriebshaftpflicht diesen Baustein einschließt und mit welcher Summe.
- Gesetzliche Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft (Beitrag individuell). Keine frei wählbare Police, sondern eine bundesweite Pflichtmitgliedschaft. Das ist unabhängig davon, ob du Angestellte hast. Der Beitrag berechnet sich aus Lohnsumme, Gefahrklasse und Beitragsfuß deiner BG. Auch ohne Personal fällt ein Mindestbeitrag an.
- Kfz-Versicherung. Nutzt du deinen privaten Wagen beruflich, benötigst du keine separate Gewerbepolice. Du musst deiner Versicherung aber die geänderte Nutzungsart melden, sonst riskierst du im Schadensfall den Schutz. Die Kfz-Haftpflicht deckt Schäden ab, die du anderen zufügst. Für Reparatur, Diebstahl oder Unwetter am eigenen Fahrzeug benötigst du zusätzlich eine Teil- oder Vollkasko.
- Private Absicherung nicht vergessen. Außerhalb deiner beruflichen Tätigkeit bist du nicht über die Berufsgenossenschaft geschützt. Eine private Unfallversicherung und eine Berufsunfähigkeitsabsicherung sind für einen körperlich fordernden Job eine Überlegung wert.
4. Beginne mit dem Aufbau deines Unternehmens
Sobald dein Unternehmen gegründet ist, kannst du mit der Erstellung deines Businessplans für die Tierbetreuung beginnen.
Erstelle eine Website
Eine großartige Website ermöglicht es Kund:innen, dein Tierbetreuungsunternehmen online zu entdecken und zu erfahren, welche Dienstleistungen du anbietest.
Im Gegensatz zum Aufbau deines Unternehmens ausschließlich über soziale Medien hast du die vollständige Kontrolle über die Erfahrung, die jemand macht, wenn er deine Website besucht. E-Commerce-Plattformen ermöglichen es dir auch, Dienstleistungen zu verkaufen und Zahlungen sicher zu verarbeiten, ohne dass ein Drittanbieter erforderlich ist.
Shopify bietet eine integrierte Plattform, um deinen eigenen Onlineshop zu eröffnen, die sich für Haustier-Startups wie Supakit und Little Chonk bewährt hat. Die Eröffnung eines Onlineshops neben deinen Tierbetreuungsdiensten ermöglicht es dir, dein Einkommen mit verwandten Produkten wie Tierfutter, Zubehör, Spielzeug, Pflegeprodukten oder Marken-Merchandise zu diversifizieren.
Außerdem kannst du Shopify mit einer Reihe von Terminplanungs- und Buchungs-Apps integrieren, um Tierbetreuungsdienste über deine Website zu verkaufen, wie Meety, Apntl oder Cowlendar.
Software und Tools für die Tierbetreuung
Verlasse dich auf die folgende Software und Tools, um dein Tierbetreuungsunternehmen zu verwalten:
- Marketing-Tools. Shopify verfügt über eine Reihe integrierter Marketing-Tools ohne zusätzliche Kosten, darunter Shopify Messaging und Shopify Inbox. Du kannst auch Plattformen wie Facebook, Instagram, TikTok, Google und YouTube integrieren, um Marketingkampagnen von deinem Shopify-Admin aus zu verwalten.
- Terminplanungs-Apps. Du kannst deine Verfügbarkeit als „öffentlich“ festlegen, damit Kund:innen freie Termine in deinem Kalender sehen und eine Zeit reservieren können. Alternativ kannst du deinen Terminplanungsprozess im Backend nur für dich sichtbar halten, damit du deine Verpflichtungen gegenüber neuen und wiederkehrenden Kund:innen genauer im Auge behalten kannst. Du kannst kostenlose Tools wie Google Kalender oder Shopify-Event-Buchungs-Apps für mehr Funktionalität nutzen.
- Kommunikationstools für Kund:innen. Telefon und E-Mail sind die beliebtesten Kommunikationskanäle für Tiersitter:innen. Erwäge ein separates Arbeitstelefon (oder ein WhatsApp-Business-Konto), eine professionelle E-Mail-Adresse und ein Customer-Relationship-Management-Tool (CRM), um deine Gespräche im Blick zu behalten.
- Rechnungs- und Buchhaltungssoftware. Unabhängig von der Art des Unternehmens, das du gewählt hast, musst du regelmäßige Steuererklärungen einreichen. Behalte Einnahmen im Auge, stelle Rechnungen für Kund:innen aus und dokumentiere Ausgaben mit Buchhaltungssoftware wie QuickBooks oder Xero.
Marketing-Plattformen
Einige Tierbesitzer:innen bevorzugen es, Tiersitter:innen über einen Online-Marktplatz wie Rover oder Pawshake zu durchsuchen. Die Erstellung eines Kontos auf diesen Plattformen hilft dir, mit neuen Kund:innen in Kontakt zu treten, wenn sie nach den von dir angebotenen Dienstleistungen suchen.
Beachte jedoch, dass die meisten Marktplätze einen Anteil an jeder von dir verkauften Dienstleistung nehmen. Rover nimmt eine Servicegebühr von 15 % pro Buchung. Wenn du einer Kundin/einem Kunden 100 € für Tierbetreuung berechnest, sind nur 8 € für die Auszahlung berechtigt. Prüfe, ob dies nach Berücksichtigung anderer Ausgaben – wie Versicherung, Lizenzen und Kraftstoff – noch profitabel ist, bevor du Aufträge auf dem Tierbetreuungsmarktplatz annimmst.
Festlegung deiner Tierbetreuungspreise
Die durchschnittliche Tierbetreuungsrate in Deutschland liegt laut Rover bei 30 bis 35 € pro Nacht oder 210 € bis 445 € pro Woche. Die Preise variieren auch je nachdem, wie viele Haustiere du gleichzeitig betreust, um welche Tierarten es sich handelt und welche besonderen Bedürfnisse zusätzliche Pflegezertifizierungen erfordern.
Die Gebühren hängen stark von deiner Nische und deinem Serviceangebot ab. Die Besitzerin/der Besitzer eines energiegeladenen Hundes mit speziellen Pflegeanforderungen würde beispielsweise wahrscheinlich mehr für einen Tierbetreuungsservice bezahlen als eine Katzenbesitzerin/ein Katzenbesitzer, die/der nur einen täglichen Kurzbesuch benötigt.
Rover gibt eine grobe Anleitung zur Schätzung deiner Tierbetreuungspreise je nach angebotenem Service:
| Zusätzlicher Service | Zusätzliche Kosten pro Tag |
|---|---|
| Welpenbetreuung | 5 € bis 10 € |
| Energiegeladene Hunde | 5 € bis 10 € |
| Medikamentengabe | 3 € bis 8 € |
| Mehrere Haustiere | 5 € bis 10 € pro Tier |
| Hunde mit hohem Betreuungsbedarf (z. B. reaktiv oder aggressiv) | 20 € bis 50 € |
| Hochsaison oder Feiertage | 5 € bis 15 € |
Es hilft, zu wissen, was andere Tiersitter:innen in deiner Region verlangen, bevor du deine Preise festlegst. Einige veröffentlichen ihre Tierbetreuungspreise möglicherweise auf ihrer Website, während andere sie nur auf Anfrage mitteilen. Lokale Tierbesitzer:innen sind möglicherweise auch bereit zu teilen, was sie in der Vergangenheit für Tiersitter:innen bezahlt haben. Verwende eine kostenlose Umfrage-App, um dein Feedback an einem Ort zu sammeln.
Sobald du einen ungefähren Bereich gefunden hast, verwende die folgenden Preisstrategien, um dein Einkommen zu steigern:
- Paketrabatte. Verleite Kund:innen dazu, mehrere Dienstleistungen zu buchen, indem du sie in einem vergünstigten Paket zusammenfasst. Diese Strategie kann auch Langzeitbuchungen fördern – du könntest eine Nacht kostenlos anbieten, wenn sie einen Block von sieben buchen.
- Upselling zusätzlicher Dienstleistungen. Dein Basis-Tierbetreuungspaket könnte 35 € pro Tag kosten, einschließlich eines täglichen Spaziergangs. Kund:innen mit energiegeladenen Haustieren können eine zusätzliche Stunde Bewegung für weitere 9 € oder eine Fellpflege nach dem Spaziergang für 15 € hinzufügen.
- „Freund:in empfehlen“-Aktionen. Persönliche Empfehlungen sind das Lebenselixier der Dienstleistungsbranche, und Tierbetreuung ist da keine Ausnahme. Biete eine kostenlose Nacht oder einen kostenlosen Hundespaziergang für jede Kundin/jeden Kunden an, die/der eine Freundin/einen Freund empfiehlt, damit zufriedene Kund:innen dein Tierbetreuungsunternehmen für dich vermarkten.
5. Vermarkte dein Unternehmen
Wenn dein Tierbetreuungsunternehmen läuft, ist es an der Zeit, Tierbesitzer:innen in deiner Gegend darauf aufmerksam zu machen. Hier kommen Marketing und Werbung ins Spiel.
Du kannst die folgenden Strategien ausprobieren:
- Erstelle Flyer und Visitenkarten. Hänge Flyer in Hundeparks und Tiergeschäften auf und verteile Visitenkarten an potenzielle Kund:innen. Du kannst diese Materialien selbst erstellen oder professionell anfertigen lassen.
- Nutze Online-Verzeichnisse und Bewertungsseiten. Liste dein Tierbetreuungsunternehmen auf Plattformen auf, die bei Tierbesitzer:innen beliebt sind. Probiere lokale Verzeichnisse wie Google Maps, Bewertungsseiten wie Yelp und Branchenverzeichnisse für Haustiere wie Pet Sitters International.
- Baue Beziehungen zu lokalen Tierärzt:innen und Tiergeschäften auf. Deine besten Kontakte werden wahrscheinlich von lokalen Unternehmen in ergänzenden Tierpflegebereichen kommen. Tiergeschäfte, Tierpflegeunternehmen und Tiergesundheitspraktiker:innen (einschließlich zugelassener Tierärzt:innen) könnten deine besten Empfehlungsquellen sein.
- Biete Aktionen und Rabatte an, um neue Kund:innen zu gewinnen. Abhängig von deinem Budget und deinen Geschäftsausgaben möchtest du vielleicht Einführungsrabatte oder „Zwei zum Preis von einem“-Angebote anbieten, um neue Kund:innen zu gewinnen. Idealerweise bringen dir diese Rabatte Aufträge ein, ermöglichen es dir, eine Bindung zum Haustier aufzubauen, und führen dazu, dass die Tierbesitzerin/der Tierbesitzer dich für weitere Sitzungen zu deinem regulären Tarif zurückruft.
Bleibe mit einem E-Mail-Newsletter mit Kund:innen in Kontakt, der Updates über dein Tierbetreuungsunternehmen teilt. Wenn deine Kundenliste klein ist, kannst du dich mit persönlichen E-Mails und Empfehlungsanfragen melden.
6. Laufende Verwaltung deines Unternehmens
Sobald dein Tierbetreuungsunternehmen läuft, konzentriere dich darauf, einen hohen Exzellenzstandard aufrechtzuerhalten, um neue Kundenverträge zu sichern. Stelle sicher, dass du lernst, wie du dein Unternehmen verwaltest, während du skalierst.
Produkt- und Serviceerweiterung
Dienstleistungsunternehmen haben tendenziell höhere Gewinnmargen, da die größte Investition, die du tätigen wirst, deine Zeit ist. Zeit ist jedoch eine begrenzte Ressource – du wirst wahrscheinlich eine Umsatzobergrenze erreichen, sobald du eine gefragte Tiersitterin/ein gefragter Tiersitter bist.
Anstatt zusätzliche Mitarbeiter:innen einzustellen, ergänzen einige Tiersitter:innen ihre Dienstleistungen mit Produkten. Wagwell-Gründer William Smolen entdeckte eine Marktlücke für Hundefutter in Lebensmittelqualität, das Tierbesitzer:innen völlige Transparenz darüber bot, was ihr Hund fraß.
„Ich hatte einfach das Gefühl, wow, es könnte in diesem Bereich so viel besser sein“, sagt er in einem englischsprachigen Shopify-Masters-Interview. „Es sind ähnliche Zutaten und ähnliche Herstellungsprozesse, und ich hatte einfach das Gefühl, dass es so viel Raum für Verbesserungen gab.“
Du musst nicht dein eigenes Geld in die Entwicklung neuer Produkte oder den Kauf von Lagerbeständen in großen Mengen investieren, um diesen Einkommensstrom zu deinem Tierbetreuungsunternehmen hinzuzufügen. Das Dropshipping-Geschäftsmodell ermöglicht es dir, Trendprodukte zu verkaufen wie:
- Haustierspielzeug
- Gesunde Hundeleckerlis, Nahrungsergänzungsmittel oder Zahnpflegekauartikel
- Geruchsneutralisierer
- Marken-Accessoires wie personalisierte Futternäpfe oder Geschirre
- Personalisierte Haustier-ID-Tags
Jedes Mal, wenn du eine Bestellung über deine E-Commerce-Website erhältst, wird die/der Dropshipping-Partner:in sie kommissionieren, verpacken und an deine Kundin/deinen Kunden versenden – ohne dass ein Eingreifen deinerseits erforderlich ist.
📚 Weiterlesen: Case Study (Englisch): von Haustierzubehör zur Produktion eines Online-Kurses
Steuerplanung für Tiersitter:innen
In Deutschland giltst du als selbstständig, wenn du dein eigenes Tierbetreuungsunternehmen führst. Das bedeutet, dass du für die Meldung und Zahlung von Steuern verantwortlich bist, wenn dein Nettoeinkommen einen bestimmten Betrag überschreitet.
Wie viel Steuern du genau zahlst (und wie oft), hängt von deiner Unternehmensstruktur ab. Generell müssen Tiersitter:innen, die als Einzelunternehmer:innen oder GmbHs registriert sind, eine Einkommensteuererklärung abgeben. Als Selbstständige:r zahlst du Einkommensteuer auf deinen Gewinn sowie gegebenenfalls Gewerbesteuer, abhängig von deinem Einkommen und deiner Gemeinde.
Denke daran, Steuerabzüge zu nutzen, die Ausgaben sind, die das Finanzamt als „gewöhnlich und notwendig“ in deiner Branche betrachtet. Für Tiersitter:innen könnte dies Betriebsversicherungen, Tierpflegebedarf, Fahrzeugnutzung, Reisekosten, Marketingkosten und Zertifizierungen umfassen.
FAQ – Wie du ein Unternehmen zur Haustierbetreuung gründest
Welche Qualifikationen benötigst du, um ein Tierbetreuungsunternehmen zu gründen?
In Deutschland benötigst du einige Lizenzen und Versicherungen. Du kannst dein Profil außerdem verbessern, indem du Tierbetreuungskurse belegst oder dich von einer Branchenorganisation wie Pet Sitters International zertifizieren lässt. Während Tierbesitzer:innen möglicherweise keine körperlichen und medizinischen Anforderungen stellen, hilft es, in guter körperlicher Verfassung zu sein, besonders wenn du dich um widerspenstige Haustiere oder große Hunde kümmerst.
Wie bekommen Tiersitter:innen Kund:innen?
Tiersitter:innen können Kund:innen über Mundpropaganda, durch das Aufhängen von Flyern oder das Verteilen von Visitenkarten gewinnen. Sie können sich auch auf Tierbetreuungsmarktplätzen wie Pet Sitters International oder Rover registrieren. Eine effektive Taktik ist die Vernetzung mit anderen Tierpflegeprofis – nicht unbedingt anderen Tiersitter:innen, sondern Tierärzt:innen, Groomer:innen und Tiergeschäftsbesitzer:innen. Diese Fachleute benötigen möglicherweise zuverlässige Empfehlungen für ihre tierbesitzende Kundschaft.
Wie lässt du dein Tierbetreuungsunternehmen wachsen?
Es ist hilfreich, deine Dienstleistungen auf mehreren Online-Marktplätzen und in Verzeichnissen aufzulisten. Wenn du bereits auf Rover bist, versuche, einen Eintrag für dein Unternehmen auf Yelp oder Google Maps zu erstellen. Nachbarschafts-Listservs oder Seiten wie nebenan.de können dich mit Tierbesitzer:innen in der Nähe verbinden. Du könntest auch Rabatte anbieten, um Erstkund:innen anzulocken. Schließlich könntest du deine aktuellen Kund:innen bitten, dich an ihre Freund:innen und Familie weiterzuempfehlen.
Musst du eine GmbH anmelden, um Tiere zu betreuen?
Du benötigst keine GmbH, um Tiere zu betreuen. Die meisten Tiersitter:innen sind Einzelunternehmer:innen, was einfach und günstig einzurichten ist. Allerdings bietet eine GmbH zusätzliche Vorteile wie Haftungsschutz und Steuervorteile.
Wie viel kostet es, ein Tierbetreuungsunternehmen zu gründen?
Es ist möglich, ein Tierbetreuungsunternehmen für etwa 500 € zu gründen. Dies umfasst Gewerbeanmeldung, Versicherung, eine einfache Website, Tierbedarf, Terminplanungssoftware und Marketingmaterialien, um deine erste Kundin/deinen ersten Kunden zu gewinnen.
Wie viel verdienen Tiersitter:innen pro Tag?
Der durchschnittliche Tagessatz für eine:n Tiersitter:in liegt laut Rover zwischen 45 € und 75 €, aber du kannst mehr verdienen, abhängig von den Dienstleistungen, die du anbietest.




